Harkebrügge - Es geht in die Höhe. Betonteil für Betonteil. Neben dem Windpark Detern-Süd, wo gerade erst die Bauarbeiten begonnen haben, steigen östlich von Harkebrügge schon seit Längerem die Windräder in Richtung Himmel: Die Bauarbeiten im Windpark Kammersand schreiten voran. Insgesamt werden sechs Anlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils 200 Metern auf einer Fläche von rund 75 Hektar errichtet. „Die Anlagen sind aktuell voll im Bau. Derzeit sind schon drei Anlagen, allerdings noch ohne Rotorblätter, weithin sichtbar“, sagt Christoph Raming, Geschäftsführer der Windpark Harkebrügge Planungsgesellschaft.

Die Anlagen vom Typ Enercon E 115 haben eine Nabenhöhe von 135 Metern. Der Rotordurchmesser beträgt 152 Meter. Die Betonteile werden Schritt für Schritt aufgesetzt – das sind vorgefertigte Elemente. Dann werden das Stahlrohrturmelement und die Gondel, in der sich der Generator befindet, folgen. In einem letzten Schritt werden die Rotorblätter an der Windkraftanlage angebracht.

Zwischenzeitlich gab es beim Windpark einen Baustopp, da verschiedene Bedingungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BISchG) nicht erfüllt waren. Maßgeblich hatte der Kiebitz die Baustelle auf Eis gelegt. „Das ist Schnee von gestern. Ich bin froh, dass die Bauarbeiten nun voll im Gang sind“, sagt Raming. Der Geschäftsführer, der gerade mit seiner Familie in der Türkei Urlaub macht, geht davon aus, dass bis zum Jahresende fünf Windkraftanlagen soweit fertiggestellt sind, dass sie ans Netz gehen können. Das sechste und letzte Windrad soll dann bis Ende Januar stehen.

Die Investitionskosten belaufen sich zwischen 35 und 40 Millionen Euro. Mittlerweile hat sich auf Initiative von Raming auch die Genossenschaft „Bürgerenergie Barßel eG“ gegründet. „Es läuft gut an. Wir haben bisher rund 300 Mitglieder in der Genossenschaft. Alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, die ihren Wohnsitz seit dem 1. Januar 2016 in Barßel haben, können Genossen werden“, so Raming. Er macht noch einmal deutlich, dass es sich um einen Bürgerwindpark handelt. „Vier Anlagen sind für die Bürger bestimmt. Die restlichen zwei Windräder sind für die Grundstückseigentümer, die Flächen im Gebiet des Windparks haben“, sagt Raming, der für die CDU im Rat der Gemeinde Barßel sitzt.

Jeder Interessent muss mindestens 5000 Euro und maximal zwischen 20 000 und 50 000 Euro investieren, um Anteile am Bürgerwindpark zu erwerben. „Wer noch an dem Projekt mitmachen will, sollte sich beeilen“, sagt Raming, der auch Vorsitzender der „Bürgerenergie Barßel eG“ ist.