HARLE/WANGEROOGE - Außendeichs entstehen neue Parkplätze für Wangerooge-Touristen. Zudem wird die Fläche vor dem Fährhaus neu gestaltet.
von ulrich schönborn
HARLE/WANGEROOGE - Das Tohuwabohu am Fähranleger im Osthafen von Harlesiel soll bald ein Ende haben. Der Hafenzweckverband investiert 3,2 Millionen Euro in die Erweiterung und Umgestaltung der Zufahrt und der Parkplätze. 1,2 Millionen Euro kommen als Zuschuss von der EU.Für die Erweiterung hat der Verband nach Angaben seines Vorstehers Enno Ommen eine knapp vier Hektar große Fläche im Deichvorland gekauft. Sie war zuvor aus dem Schutzgebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer herausgenommen worden. Deshalb wird der Verband umfangreiche Kompensationsmaßnahmen in Höhe von 80 000 Euro leisten. So soll im Wangerland bei Oldorf eine 2,5 Hektar große Marschfläche renaturiert werden. Außerdem wird als Ausgleichsmaßnahme auf Wunsch der Nationalparkverwaltung im Watt bei Harlesiel ein alter Kajedeich entfernt.
Zu Stoßzeiten vor der Abfahrt der Fähren nach Wangerooge herrsche derzeit am Anleger heilloses Durcheinander, so Ommen. Ziel der Planung sei deshalb, die Zahl der Parkplätze zu erhöhen und die Zufahrt übersichtlich zu regeln.
Auf der neu erworbenen Fläche entstehen nach Angaben von Planer August Fittje vom Ingenieurbüro Thalen etwa 300 Pkw-Parkplätze und 20 Bus-Stellplätze. Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober abgeschlossen werden. Dann folgt ab März der Umbau des bestehenden Parkplatzes. Neben der Neuordnung der Stellflächen sollen dort eine Entladezone vor dem Fährhaus sowie eine Buszufahrt entstehen. Außerdem soll der Platz vor dem Fährhaus durch eine einladende Zuwegung mit Bänken und Lampen aufgewertet werden.
Jährlich reisen etwa 400 000 Gäste nach Wangerooge, der Großteil per Schiff über Harlesiel. An Spitzentagen in der Hauptsaison müssen etwa 4500 Fahrgäste abgefertigt werden, die mit Autos oder Bussen anreisen. Die Parkplätze auf dem Hafengelände hat der Zweckverband an private Betreiber verpachtet. Aus diesen Einnahmen, aus Rücklagen und über Kredite finanziert er auch die Groß-Investition.
Der Hafenzweckverband Harlesiel ist ein Zusammenschluss der Sielacht Wittmund (70 Prozent) und der Stadt Wittmund (30 Prozent). Zurzeit gibt es Bestrebungen, auch die Gemeinden Wangerooge und Wangerland mit ins Boot zu holen, um so neuen gesetzlichen Vorschriften gerecht zu werden. Über die Beitrittsmodalitäten gibt es aber noch Differenzen. Der bestehende Verband wird Ommen zufolge bis zur Klärung der Probleme geduldet und hat für den Ausbau des Hafengeländes die nötigen Handlungskompetenzen.
