Cloppenburg - Nachdem sich Stadt und Kirche monatelang um die Berechnung der Neubaubaukosten des Andreas-Kirchengartens gestritten und damit massiv den Zorn der Eltern heraufbeschworen hatten, demonstrierten die beiden Parteien beim Richtfest am Donnerstag Harmonie. „Es hat einiger Motivationshilfe bedurft. Doch die Eltern haben uns jetzt auf das richtige Gleis gesetzt“, sagte Dechant Bernd Strickmann wohl mit den Protesten der Väter und Mütter im Hinterkopf, die am 2. Juni 2014 mit einer Demo durch die Innenstadt ihren Höhepunkt fanden.
„Ich bin ein Freund davon, die Dinge im Vorfeld zu klären“, spielte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese den Ball an Strickmann zurück. Wie berichtet, hatten sich Stadt und Offizialat (als Träger des Kindergartens) am 4. Juni 2014 nach zähen Verhandlungen doch noch über die Verteilung der seinerzeit im Raum stehenden 180 000 Euro Differenz geeinigt. 1,9 Mio. Euro kostet das Vorhaben, 80 Prozent trägt die Stadt, 20 Prozent das Offizialat in Vechta.
Seitdem geht es offenbar flott voran. Nach nur rund zwei Monaten Bauzeit wurde am Donnerstag die Richtkrone aufs Dach bugsiert, neugierig verfolgt von zahlreichen Kindern, deren Eltern, Vertretern der Kirche, Nachbarn und Erzieherinnen. Jeden Tag – so Kita-Leiterin Ulla Meirowski – würden die Kinder an den Fenstern ihres Übergangsquartiers im benachbarten Pfarrheim St. Andreas kleben, um den Fortgang der Bauarbeiten zu beobachten.
„Ich sehe das heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Anne Linschmann, die als damalige Elternratsvorsitzende jahrelang gemeinsam mit ihrem Vorstandskollegen Frank Jakubeit an der Spitze der Mütter und Väter für den Abriss des maroden Altbaus und den Neubau an gleicher Stelle gekämpft hatte. Inzwischen, so Linschmann, gingen ihre Kinder zur Schule und könnten den neuen Kindergarten nicht mehr genießen. Sie engagiert sich nun in der Elternarbeit der Schule.
