Harpstedt - Neuer Ärger um die alte Brennerei in Harpstedt: Weil der Verdacht besteht, dass es auf dem Gelände der Güllebank Weser-Ems zu einem unerlaubten Umgang mit Abfällen und in der Folge zu einer Gewässerverunreinigung gekommen sein könnte, haben sich Polizei, Landkreis Oldenburg und jetzt auch die Grünen-Kreistagsfraktion eingeschaltet.

Was passiert war: Am 1. Dezember hatte der Landkreis Oldenburg über die Samtgemeinde Harpstedt einen Hinweis erhalten, der kurz zuvor im Amtshof eingegangen war. Auch Bilder waren beigefügt, wie Dieter Hahn, Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft im Kreishaus, berichtete. Laut Hinweisgeber sei auf dem Gelände Hähnchenmist gelagert worden. Dadurch sei Wasser eines Grabens verunreinigt worden.

Die Polizei sei vor Ort gewesen, sagte Hahn. Die Beamten hätten keine Ableitung in den Graben festgestellt, sicherheitshalber aber eine Wasserprobe gezogen.

Am 4. Dezember habe der Landkreis festgestellt, dass der Mist, der zunächst im Wesentlichen unter einem Schleppdach gelagert gewesen sei, nun in eine Halle geschoben worden sei. Der Landkreis, so Hahn weiter, habe die Güllebank daraufhin aufgefordert, den Vorplatz zu reinigen. Damit sei die Angelegenheit für den Landkreis aber nicht erledigt. Denn: „Die Lagerung von Hähnchenmist in der Halle ist baurechtlich nicht genehmigt.“ Der Landkreis werde in Kürze die Entfernung des Materials anordnen.

Zu dem Vorgang sagte Edelhard Brinkmann, Geschäftsführer der Güllebank Weser-Ems, dass es sich bei dem Material um pulvertrockenen Mist aus der Hühnerhaltung handele. Er argumentierte, dass das Areal der früheren Brennerei bereits seit 1969 für gewerblich-landwirtschaftliche Zwecke genutzt worden sei. Und: „Die Halle ist wasserdicht.“ Wenn der Landkreis eine andere Verwendung des Areals wünsche, „kann er das ja kaufen von mir“.


Seitens der Polizei hieß es, die Wasserprobe sei zu einem unabhängigen Institut gesandt worden. Ergebnisse lägen noch nicht vor.

Die Grünen-Fraktion wandte sich mit elf Fragen an Landrat Carsten Harings. Unter anderem erbittet der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Götz Rohde Auskünfte über Gefahren für die Umwelt und über das Handeln des Landkreises. Ein anderes Thema: „Hat der Landkreis eine Genehmigung erteilt, auf dem Gelände offensichtlich schrottreife Fahrzeuge bzw. Anhänger zu lagern?“

Und: „Werden die Abnahmeverträge und Dungnachweise der Güllebank Weser-Ems e.K. vom Landkreis Oldenburg bei Tierstallneubauten anerkannt?“