HARPSTEDT/BASSUM - Die Getreidepreise verdoppelt, eine massive Verteuerung bei Düngemitteln und anziehende Pachtpreise: Binnen Jahresfrist hat sich das Bild für die Landwirtschaft nach Ansicht von Heinrich Wiechers spürbar verändert: „Seit der Generalversammlung vor einem Jahr scheint sich die Welt etwas anders – schneller – zu drehen“, erklärte der Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft Bas-sum-Harpstedt bei der diesjährigen Versammlung am Donnerstag im Gasthaus Haake in Bassum. Wiechers Fazit: In Wirtschaft und Landwirtschaft herrsche „Aufbruchstimmung“, auch in der Landwirtschaft gehe es „endlich spürbar voran“ – jedoch gebe es eine „viel zu lang anhaltende“ Niedrigpreisphase bei Ferkeln und zu geringe Erträge in der Schweinemast: „Es darf nicht sein, dass eine Gruppe abgehängt wird.“

Für die Raiffeisen-Warengenossenschaft selbst konnte Wiechers positive Zahlen vorlegen. Der Warenumsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 2006/2007 leicht um 1,9 Prozent auf 20,5 Millionen Euro. Die Ertragslage verbesserte sich nach dem Bericht des Geschäftsführers aufgrund gestiegener Roherträge weiter.

Die Umsatzerlöse bei Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln zogen an, bei den Futtermitteln bewegte man sich in etwa auf Vorjahresniveau. Eine gegensätzliche Entwicklung innerhalb eines Warensegments gab es bei den Brenn- und Treibstoffen: Während es bei den Heizstoffen bedingt durch den milden Winter abwärts ging, gab es beim Treibstoff Umsatzzuwachs. Bei der neu installierten Flüssiggastankstelle in Harpstedt entwickeln sich die Verkaufszahlen laut Wiechers „kontinuierlich“.

Der erzielte Bilanzgewinn von 79 255,67 Euro soll zu einem Gutteil den Mitgliedern zugute kommen über eine sechsprozentige Dividende (rund 19 000 Euro). Der Rest fließt auf Beschluss der Versammlung in die Rücklagen.

Einvernehmen bestand auch darin, einige vom Vorstand vorgelegte Anpassungen und Änderungen in der Satzung vorzunehmen, die aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nötig geworden sind.


Bei der Mitgliederzahl gab es ein leichtes Minus um fünf auf 405 Mitglieder zum Jahresende. „Im nächsten Jahr wird die Zahl der Mitgliedsbetriebe unter 400 liegen“, prognostizierte Wiechers. Und: „Die verbleibenden Betriebe wachsen in rasantem Tempo in verschiedene Richtungen.“

Zum Abschluss hörten die Versammelten einen Vortrag von Bernd Lührmann von der Bezirksstelle Osnabrück der Landwirtschaftskammer: „Lieber zwei Stunden über das Geld nachdenken als eine Woche dafür zu arbeiten.“