HARPSTEDT - Die Zahl ließ im Bau- und Wegeausschuss des Fleckens erst mal schlucken: Bei ungefähr 230 000 Euro sah Jörn Schmidt in einer Grobschätzung die Kosten, um die beiden großen Sportplätze und zwei kleinen Spielfelder in Harpstedt umfassend zu sanieren. Allerdings: Der Fachmann für Sportplatzpflege von den Niedersächsischen Rasenkulturen in Groß Ippener stellte auch klar, es handele sich nicht um ein (teures) Gutachten, sondern eine erste Bestandsaufnahme – die Kosten könnten je nach Entwicklung der Plätze auch geringer ausfallen („Jeder Platz ist anders.“). Und: Um zunächst die Bespielbarkeit der strapazierten Plätze zu sichern, sind auch Renovationsmaßnahmen – also Intensivpflege mit Auflockerung des Bodens, Auskratzen von Rasenfilz, Unkrautentfernung, Sandeinbringen in die Narbe und Nachsaaten – ein Schritt.
Und der soll nach dem einhelligen Willen des Fachausschusses gegangen werden: Für die Durchführung von Renovationsmaßnahmen an allen Sportplätzen in Harpstedt sollen laut Beschlussempfehlung des Ausschusses 30 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Zudem sollen Mittel fließen fürs Kleinspielfeld am Schulzentrum: für die Instandsetzung der Beregnungsanlage (4500 Euro) und für den Einbau einer Maulwurfsperre (7000 Euro investiv). Ohne die, so Bauamtsleiter Jens Hüfner aufgrund starker Maulwurfsschäden, „können wir uns die Renovationsmaßnahmen dort schenken“.
Im Oktober hatte der Rat beschlossen, ein Konzept für die Pflege der Sportplätze zu erstellen und zur Grundlage für kontinuierliche Pflegemaßnahmen zu machen. Schmidt listete nach einer Begehung nun seine Empfehlungen für die Sportplätze mit „teilweise schwerwiegenden Problemen“ auf: Gerade die Entwässerung liege im Argen. Auch würden die Plätze „bemerkenswert“ genutzt, die Böden seien entsprechend verdichtet. Für eine umfassende Sanierung wäre der Schulsportplatz mit Drainage zu versehen, die obere Schicht mit Rasen zu überarbeiten; am Tielingskamp wäre die jetzigen, zu tief liegende Drainage zu erneuern und die Rasenschicht aufzuarbeiten. Weniger umfangreiche Arbeiten wären an den Kleinspielfeldern fällig – darunter Beseitigung der Maulwurfsschäden am Jugendtrainingsplatz. Renovationsmaßnahmen, also Intensivpflege, müssten grundsätzlich alle zwei, drei Jahre erfolgen, so Schmidt – obschon nach einer Sanierung mit reduziertem Aufwand.
Angegangen werden sollen nun zunächst Renovation und Maulwurfssperre, um die Entwicklung der Plätze zu sehen, eventuell im nächsten Jahr die nächste kleine Spielfläche. Fürs Pflegekonzept mit regelmäßigen Renovationsarbeiten machte sich Horst Bokelmann (fraktionslos) nochmals stark: „Wir müssen dahin, dass es fest eingeplant wird.“ Positiv sah auch Klaus Budzin (SPD) das Votum: „Für mich ist es ein Startschuss, endlich vernünftig was zu machen – was nicht bedeutet, gleich 230 000 Euro in die Hand zu nehmen.“
