Harpstedt - Zukunftsmusik war am Montagabend bei der Sitzung des Bau- und Wegeausschusses des Fleckens Harpstedt in der Wasserburg zu hören. Was wird sich ändern, wenn eines Tages die seit Jahren gewünschte Anbindung der Hannoverschen Straße an die L 341/Am Großen Wege gebaut ist? Als Folge wird erwartet, dass für Anwohner aus dem Süden des Fleckens manche Wege kürzer werden – aber es wird auch befürchtet, dass es an der verkehrsberuhigten Hannoverschen Straße mit der Ruhe vorbei sein könnte.
Der Haushalt 2019 wurde vom Ausschuss beraten und einstimmig befürwortet.
Vier Investitionen betreffen den Zuständigkeitsbereich des Ausschusses: 50 000 Euro sollen für den Rückbau und die Nutzbarmachung der ehemaligen Sonnenstein-Fläche auf dem Koems locker gemacht werden. Ferner soll die Behindertentoilette im Koems-Saal saniert werden (15 000 Euro). Für den Ausbau des dritten Abschnitts des Baugebiets „Am Großen Wege“ werden zusätzlich zu den 200 000 Euro aus dem Haushalt 2018 weitere 50 000 Euro locker gemacht. Für Erschließungsarbeiten im vierten Abschnitt sind 220 000 Euro angesetzt.
Eine vermehrte Begrünung in den Siedlungen des Fleckens Harpstedt durch den Bauhof der Samtgemeinde und/oder externe Firmen regte Irene Kolb (Grüne) an.
Von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sei die Anbindung „in Aussicht gestellt“, berichtete Bauamtsleiter Jens Hüfner. Bis zur Verwirklichung sei aber viel Geduld gefragt: Ein „längerer Abstimmungsprozess“ sei noch erforderlich.
Einstimmig befürwortet wurden an diesem Abend die Pläne für den verkehrsberuhigten Endausbau der Straßen im dritten Abschnitt des Neubaugebietes „Am Großen Wege“ (Uelzener Weg/Hannoversche Straße mit Stichstraße nach Norden). Torsten Bachmann vom Wegezweckverband stellte vor, wie es werden soll: Die Hannoversche Straße habe hier eine Trassenbreite von 10,50 Metern – das sei genug auch für einen 2,50 Meter breiten Geh-/Radweg, der durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn abgetrennt wird.
Die Verkehrsberuhigung soll durch unterschiedliche Fahrbahnbreiten (4,30 bis 5,00 Meter) und ein Verschwenken der Fahrbahn erreicht werden. Als Decke ist ein Betonpflaster vorgesehen – wobei Hermann Schnakenberg (SPD) sich für unterschiedliche Farben für Fahrbahn und Geh-/Radweg aussprach.
Bachmann schätzt die Baukosten auf 220 000 Euro und die Bauzeit auf dreieinhalb Monate. Er gehe davon aus, dass ein Baubeginn noch im Sommer möglich ist, sagte er auf Nachfrage von Horst Hackfeld (HBL), der sich nach der Auftragslage der in Frage kommenden Tiefbaufirmen erkundigte.
Stefan Wachholder (CDU) machte darauf aufmerksam, dass die Hannoversche Straße mit weiterem Durchgangsverkehr rechnen müsse. Zusätzliche Maßnahmen zur Temporeduzierung wurden (noch) nicht eingeplant, wenngleich hier manche Kraftfahrer trotz der Ausschilderung als Spielstraße sehr schnell unterwegs seien, kritisierte Gemeindedirektor Ingo Fichter mit deutlichen Worten: „Wenn man sieht, wie die Hannoversche Straße befahren wird, ist das Schild ganz am Anfang eine Lachnummer.“
