HARPSTEDT - Ein breites Themenspektrum wurde am Sonnabend auf dem Studientag „Allgemeine Geschichte und Heimatgeschichte“ im Hotelrestaurant „Zur Wasserburg“ in Harpstedt unter die Lupe genommen. Prof. Dr. Dr. Bernd U. Hucker von der Universität Vechta berichtete den gut 30 Interessierten, die sich zu der Vortragsreihe eingefunden hatten, eingangs über den Forschungsstand an den Arbeiten zum Projekt „Bäuerliche Siedlungs- und Geschlechtergeschichte in der Samtgemeinde“.

Anschließend folgten Fachvorträge zu speziellen Themen. Den Anfang machte Prof. Dr. Claudia Garnier mit dem Beitrag „Das Mittelalter - Annäherung an eine fremde Welt“. Auf die Oldenburger Regionalgeschichte und speziell auf den Raum der heutigen Samtgemeinde Harpstedt gingen später die Projektmitarbeiter und angehenden Doktoranden Mareike Hustedt und Herbert Bock ein. Hustedt schilderte, was das erhaltene Quellenmaterial über die wirtschaftliche Lage der abhängigen Bauern aussagt. Herbert Bock ging detailliert auf die Zeit der Kirchenreformation im Oldenburger Land ein. Es gab eine permanente Konfrontation zwischen den Grafen von Oldenburg und den jeweiligen Bischöfen von Münster, denen die südlichen Landesteile unterstanden. „Machtpolitische Erwägungen bestimmten das Handeln der Herrscher. Religiöse Überzeugungen spielten eine untergeordnete Rolle“, so sein Fazit.

Prof. Karin Holm, die in der Samtgemeinde unter dem Namen Kieselhorst aufwuchs und das Projekt angeschoben hatte, ging ganz allgemein auf das Lehnswesen im Mittelalter ein und erläuterte die hierarchische Abhängigkeitsverbindung von den Herrscherschichten bis runter zu den Meierhöfen. Der Lehnsherr als Geber des Lehens in Form von Grund und Boden biete Schutz und Unterhalt und fordere im Gegenzug von den Vasallen Gehorsam und Dienste. Leider kam sie, da ihre Redezeit abgelaufen war, nicht mehr dazu, auf eine an ihren Namenvorfahren Ludolfus Kieslehorst ausgestellte Urkunde aus dem Stift Bassum einzugehen.

Weiter berichteten Dr. Wolfgang Dörfler über historisches Fachwerk, Willy Schreiber über den Folcwech und Dr. Hucker über Harpstedt im Spiegel der Sage.