HARPSTEDT - Ab diesem Mittwoch wird in den nächsten zehn Tagen häufiger ein Hubschrauber am Himmel zu sehen sein. Auf 1040 Hektar werden in der Samtgemeinde Harpstedt in den Gemarkungen Groß Ippener, Kirchseelte und Klosterseelte sowie im Landkreis Diepholz Kalkungen von Privatwäldern per Luft vorgenommen. Organisiert und betreut wird die Kalkung vom Forstamt Oldenburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Forstbetriebsgemeinschaft Grafschaft Hoya.
Die Waldböden sind versauert, so Lars Pump von der Bezirksförsterei Hoya. Diese „Versauerungsfront“ wandert langsam in tiefere Bodenschichten, während neue saure Niederschläge nachschieben. Im Zuge dieser Versauerung werden nicht nur Nährstoffe ausgewaschen und den Pflanzen somit entzogen, es werden auch im Boden befindliche Schwermetalle gelöst. Durch die Kalkung werden die Waldböden bildlich gesprochen mit einer Schutzhülle aus Kalk bedeckt. Der Kalk neutralisiert die Säuren.
„Somit nutzt die Kalkung nicht nur den Waldbesitzern, die die Waldschäden als Umweltschäden hinnehmen müssen, sie nutzt auch der Allgemeinheit als Präventivmaßnahme zum Trinkwasserschutz“, erläutert Pump.
Die Kalkungsmaßnahme wird mit öffentlichen Geldmitteln der EU, des Bundes, des Landes Niedersachsen, der Landkreise Diepholz und Oldenburg und zum Teil auch der Kommunen gefördert.
Die Waldflächen werden mit 3,17 Tonnen je Hektar mit einem kohlensauren Magnesiumkalk gekalkt. Das Material ist für Mensch und Tier unschädlich. Der Bevölkerung wird jedoch empfohlen, an den Befliegungstagen aufgrund von Verschmutzungsgefahr den Wald zu meiden. Anliegern in Waldnähe wird empfohlen, an den Befliegungstagen Wagen in der Garage zu lassen, keine Wäsche draußen zu trocknen Fenster und Türen zu schließen und Weidevieh wegen der Beunruhigung möglichst nicht in Waldnähe weiden zu lassen.
