HASBRUCH - Die ökologische Zukunft des Hasbruchs werde „aufs Schwerste“ beeinträchtigt, mahnt die Hasbruch-Gesellschaft. Auf Mini-Lichtungen könne man Eichen nicht ansiedeln.
Von Karsten Kolloge
HASBRUCH - Die ansonsten eher zurückhaltende Hasbruch-Gesellschaft zeigt Zähne. „Raubbau an unserem Hasbruch“ sei zu befürchten, wenn die Eichenfällung der Forstverwaltung wie geplant stattfindet, sagen Vorstand und Beirat nach mehreren Begehungen an den Fällorten. Man werde alles tun, diesen Raubbau zu verhindern. Auch Verbitterung klingt durch: „Sind wir nur noch eine Konsumgesellschaft und zu dumm, zu bequem oder zu feige, die Zukunft für unsere Kinder und Enkel sorgfältiger zu gestalten?“Wenn die Forstverwaltung tatsächlich pro Jahr drei bis vier Eichen je Hektar aus 150 bis 180 Jahre alten Beständen fälle (aus einem Bereich von jeweils 20 Hektar jährlich), dann werde dies zu einer „erheblichen ökologischen Beeinträchtigung des Waldes führen“, mahnt die Gesellschaft. Vorsitzende Erika Roselius, der 2. Vorsitzende Gerd Timmermann und Beiratsmitglied Martin Gerdes-Röben führen folgende Argumente ins Feld:
• Erstens sei der Hasbruch im Hinblick auf seine überragende ökologische Wertigkeit in vielen Bereichen bereits degeneriert. Hier müsse erst einmal saniert werden. So gebe es in weiten Teilen der 150 bis 180 Jahre alten Eichenbestände statt der anzustrebenden 80 bis 100 Eichen je Hektar nur noch 30 bis 50, teils sogar nur noch 15 bis 20.
• Durch die geplante Entnahme von 150 bis 180 Jahre alten Eichen mit mindestens 70 Zentimetern Durchmesser fehle einigen Lebewesen der Lebensraum. Diese Lebewesen würden dickere und ältere Eichen unbedingt benötigen. Eichen, die zwischen 200 und 600 Jahre alt seien, gebe es im Hasbruch kaum.
• Drittens entstünden durch die Entnahme von Eichen zahlreiche Kleinst-Lichtungen von etwa 200 Quadratmetern Größe. Hier sei fraglich, wie diese Einzel-Lichtungen (auch angesichts leerer Kassen) wieder ordnungsgemäß aufgeforstet werden können. „Die schattenunverträgliche Eiche lässt sich auf solch kleinen Lichtungen überhaupt nicht wieder ansiedeln.“
• Viertens vermisst die Gesellschaft im Konzept der Forstverwaltung den Hinweis, dass es auch durch Insekten und andere Umwelteinflüsse zum Verlust von Eichen kommt.
Die Hasbruch-Freunde zeigten sich überzeugt, dass ihr „Nein“ zu der Eichenfällung von den meisten Menschen der Region getragen werde. Im „äußersten Falle“ wolle man Patenschaften übernehmen und dem Land Niedersachsen den Reinerlös für ausgewählte Eichen ersetzen. Auch könne man praktische Hilfe bei Neuanpflanzungen leisten.
Geplante Fällung entfacht kontroverse Diskussion
