HASBRUCH - Wie zählt man Vögel in einem 640 Hektar großen Waldgebiet? Gar nicht so einfach – zumal die quirligen Zeitgenossen doch ständig in Bewegung sind. Aber es geht und „ist keine Zauberei“, versichert Dr. Klaus Handke. Ab Ende Februar werden der Landschaftsökologe und seine Mitarbeiter im Hasbruch zeigen, wies funktioniert – ausgerüstet mit MP3-Player und Lautsprecher, mit Karte, Stift und vor allem viel Erfahrung im Bestimmen von Vogelstimmen. Denn: Im Februar beginnt im Hasbruch eine „Vogel-Volkszählung“.
„Erstmals seit mehr als 16 Jahren sollen die Brutvögel des Hasbruchs umfassend erfasst werden“, schilderte Gerold Sprung, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs, den Hintergrund. Die Gesellschaft ist Auftraggeber. Für eine Mitfinanzierung des etwa 15 000 Euro kostenden Unternehmens konnte sie die Firma STAROFIT (46 Prozent) sowie die Landesforsten (33 Prozent) gewinnen, den Rest teilen sich die Gemeinden Ganderkesee und Hude sowie die Gesellschaft selbst.
Vogelwelt im Wandel
Vor 16 Jahren seien es vornehmlich Holländer gewesen, die die Erfassung bewerkstelligten, berichtete Handke. Seither habe sich im Waldbereich einiges getan. So werde allgemein eine Zunahme von Standvögeln (die im Winter bleiben) beobachtet, beispielhaft nannte Handke hier Rotkehlchen und Zaunkönig. Anders die Langstreckenzieher (die nach dem Winter lange Wege zu uns zurückzulegen) wie der Pirol: „Die werden immer seltener.“ Auffällig sei auch der starke Rückgang der Star-Vorkommen – was wohl mit verschlechterten Nahrungsbedingungen zusammenhänge.
Die Erfassung wird wie folgt verlaufen: Ab Ende Februar und bis in den Juli hinein wird an mindestens acht Terminen flächendeckend gezählt – jeweils von frühmorgens bis etwa 10 Uhr. Mit Hilfe von Klang-Attrappen vom MP3-Player werden die Vögel zum Singen beziehungsweise Rufen animiert. „Vögel haben in der Brutzeit Reviere, in denen sie regelmäßig singen. Mehrfach an gleicher Stelle angetroffene Vögel werden als Brutpaar gewertet, aber natürlich werden auch Nester und Beobachtungen fütternder Altvögel notiert“, so Handke.
Daten zum Arbeiten
Von der Auswertung versprechen sich die Hasbruchfreunde eine fachliche Grundlage, um Veränderungen in der Vogelwelt (zum Beispiel durch Naturschutzmaßnahmen, durch Klimaänderungen oder durch Maßnahmen in der Umgebung) beurteilen zu können. Auch könnten die Daten die Grundlage für Naherholungskonzepte oder Naturschutzmaßnahmen bilden.
