HASBRUCH - Das Projekt „Waldweide im Hasbruch“ ist gestorben. Das gilt seit Donnerstag als sicher. Denn: Erneut hat eine Mehrheit im Beirat der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg einer Ansiedlung von größeren Huftieren in einem Teilbereich des Waldes eine Absage erteilt. Kleiner Trost für die Befürworter: Die Abstimmung fiel knapp aus. Sehr knapp.

Worum es ging: Nachdem die Beiratsmehrheit sich bereits im vorigen Jahr gegen eine Bewirtschaftung nach Art der Hutewald-Idee (mit Heckrindern und Exmoor-Ponys) ausgesprochen hatte, hatten Befürworter einer Beweidung für ein Projekt ausschließlich mit Ponys geworben. Ein Ziel war, dadurch die Artenvielfalt deutlich zu erhöhen.

Um Pro und Kontra auszutauschen, hatte die Naturschutzstiftung am 6. April eine Diskussionsveranstaltung organisiert. Seitens der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das vorangegangene Stiftungsprojekt „Remäandrierung der Brookbäke“ maßgeblich unterstützt hatte, war bereits eine Unterstützung auch des Waldweide-Projektes signalisiert worden.

Bei der Beiratssitzung am Donnerstag im Kreishaus in Wildeshausen hatten Stiftungs-Geschäftsführer Bernd Lögering und Kuratoriumsvorsitzender Michael Feiner, beide Befürworter einer Waldweide, die Anfertigung einer Projektskizze vorgeschlagen. In dem Arbeitspapier, so die Idee, sollten die Rahmenbedingungen eines möglichen Projektes dargestellt werden – also zum Beispiel, welche und wie viele Tiere wo genau im Hasbruch weiden könnten, wie der Bereich eingezäunt werden solle, welche Uni/Fachhochschule das Vorhaben begleiten könne, wie die Finanzierung gestaltet werden könne. Das Ganze hätte quasi als Beschlussvorlage dienen können, so sagte Feiner.

Bei der Beiratssitzung sei daraufhin angeregt worden, zunächst für das 40 Hektar große Areal eine Bestandsaufnahme für Flora und Fauna zu erstellen, berichtete der Kuratoriumsvorsitzende. Schließlich sei die Idee aufgekommen, die Bestandsaufnahme mit in die Skizze aufzunehmen.


Doch auch für diese Kompromisslösung gab es in geheimer Abstimmung keine Mehrheit: „Sieben Ja, acht Nein, zwei Enthaltungen“ lautete das Ergebnis. Ein Mitglied hatte gefehlt.

Feiner sagte, er werde dem (entscheidenden) Kuratorium empfehlen, das Votum zu akzeptieren – „schweren Herzens“, wie er ergänzte. Das achtköpfige Gremium wird am Donnerstag, 19. Mai, im Kreishaus in Wildeshausen tagen. Parallel wolle er sich dafür einsetzen, wieder „Ruhe in den Beirat“ zu bekommen.