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LANDHAUS HASBRUCH Bruchbude am Waldesrand


Einst Schmuckstück – jetzt Schandfleck: Von außen wie von innen bietet das ehemalige Landgasthaus ein Bild der Verwüstung. 
HERGEN SCHELLING

Einst Schmuckstück – jetzt Schandfleck: Von außen wie von innen bietet das ehemalige Landgasthaus ein Bild der Verwüstung.

HERGEN SCHELLING

HASBRUCH - Es war einmal ein schmuckes Gasthaus: idyllisch gelegen am Waldesrand, auf der schneeweißen Fassade prangten zwischen großen Sprossenfenstern ansehnliche Landschaftsmalereien, drinnen, in der gemütlichen Gaststube, machten Wanderer und Sommerfrischler Rast auf den rustikalen Holzbänken, im Saal fanden selbst große Gesellschaften Platz zum Feiern und die Küche des Hauses wurde einmal weithin gerühmt . . .

Heute ist das „Landhaus Hasbruch“ vor den Toren Bookholzbergs eine Bruchbude: Von der großen gläsernen Eingangstür ist nur ein Scherbenhaufen übrig geblieben, auch die meisten Fenster sind zerschlagen; der Boden im Saal, in den Fluren und der Gaststube ist übersaät von Gerümpel, alten Eimern, überall liegt Papier herum, es tropft durchs Dach, und der Keller soll schon lange unter Wasser stehen.

„Ein Trauerspiel“, meint Lisa Dirks. Die Gästeführerin aus dem nahen Hohenböken geht regelmäßig an dem ehemaligen Gasthaus vorbei und ist entsetzt vom jetzigen Zustand. Und damit ist sie nicht allein: Bei der Polizei in Bookholzberg und mittlerweile auch bei der Gemeindeverwaltung in Ganderkesee sind Beschwerden eingegangen.

Denen werde nun nachgegangen, versicherte Evelyn Breithaupt, Leiterin des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung. Da der Verdacht eines Verstoßes gegen das Bauordnungsrecht bestehe, werde die Gemeinde den Fall an die dafür zuständige Kreisverwaltung in Wildeshausen weitergeben. Die Eigentümer seien bekannt, seit dem letzten (schriftlichen) Kontakt ist aber schon wieder einige Zeit vergangen. Falls eine Gefahr für die Allgemeinheit bestehe, müssten Sicherungsmaßnahmen veranlasst werden, sagte Breithaupt. „Andererseits ist das ein Privatgrundstück – da hat niemand etwas zu suchen.“

Das sehen manche anders: Offensichtlich haben sich unbekannte Randalierer an und in dem Gebäude in den vergangenen Wochen mehrfach ausgetobt. Die Eigentümer – „Hollnagel, Schindler, HuS GmbH“ steht auf dem dem Schild am aufgebrochenen Briefkasten – waren von der NWZ am Montag telefonisch nicht zu erreichen. Anlieger Heiko Fischer hat sie im vergangenen Herbst zuletzt getroffen. „Damals haben sie erzählt, sie wollten groß investieren“, berichtet er. Das ist nun wohl erst recht erforderlich.

Haus am Hasbruch hatte guten Namen

Die Blütezeit

des Landgasthauses am Hasbruch begann vor 100 Jahren: 1908 erwarb Ernst Belte das von einem Rethorner Ziegeleibesitzer erbaute Gebäude für 34 000 Reichsmark. Später führte sein Schwiegersohn Albert Brüns das Lokal, das als „Waldgasthaus Hasbruch“ und „Brüns’ Sommerfrische“ einen guten Ruf hatte. Später wurde das Gasthaus auch für den Hotelbetrieb ausgebaut.

In den letzten Jahrzehnten

wechselten häufig die Besitzer. Vor einigen Jahren wurde das Haus schließlich zwangsversteigert. Nach Angaben von Nachbar Heiko Fischer wurden dabei vom angesetzten Verkehrswert (265 000 Euro) nur 70 Prozent (186 000 Euro) erzielt. Die jetzigen Eigentümer hätten noch die Kegelbahn erneuert, danach aber offenbar nicht weiter in das Gebäude investiert.
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