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Ökologie Hasbruch-Welt noch in Ordnung

Wolfgang Loest

HASBRUCH - Die Erkenntnis, dass alles im Fluss ist, ist bereits aus der Antike überliefert. Aber manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn sich nichts ändert. Der Ganderkeseer Tierarzt Dr. Manfred Kunterding beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit Greifvögeln und hat vor mehr als 20 Jahren erstmals eine Kartierung im Hasbruch durchgeführt. Bei der jüngsten Bestandsaufnahme, deren Ergebnisse in ein ökologisches Gutachten für den Verein der Freunde des Hasbruchs einfließen, hat er eine ähnlich große Population wie damals festgestellt. Die Lebensbedingungen der Greifvögel haben sich offenbar in dieser Region nicht verschlechtert.

Weibchen oft wählerisch

Eine Kartierung ist nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern erfordert auch viel Erfahrung. Die Horste sind in der Regel nur im Winter zu finden, wenn die Bäume noch kein Laub tragen. Ob die alten Nester auch tatsächlich bewohnt werden, erkennt der Fachmann daran, dass sie ausgebessert und vergrößert werden. Doch manchmal finden solche Arbeiten an zwei oder drei in der Nähe liegenden Horsten statt. Das Weibchen entscheidet sich oft erst sehr spät, welches Quartier fürs aktuelle Brutgeschäft in Frage kommt.

Spuren am Boden

Wenn das Laub an den Bäumen immer dichter wird, lassen sich Brutpaare häufig nur an ihren Hinterlassenschaften auf dem Waldboden neben dem Baumstamm ausfindig machen: Mauser-Federn und charakteristische Kotspritzer zeigen dem Fachmann an, wer oben im Baumwipfel gerade seinen Nachwuchs großzieht.

Inzwischen liegt das Ergebnis der Kartierung vor: Habicht, Mäusebussard, Sperber und Wespenbussard haben in diesem Frühjahr im Hasbruch mit Erfolg gebrütet, wobei speziell der Waldrandnähe der Vorzug gegeben wurde. Die Horste befinden sich in einer Höhe zwischen acht und 16 Metern. Drei Mäusebussardpaare konnten ihre Jungvögel großziehen. „Bei einer Untersuchungsfläche von über 630 Hektar ist dieses Ergebnis optimal“, berichtete Kunterding der

NWZ

 . Allerdings: Der vergangene schneereiche Winter hat den Nachwuchs an Feldmäusen reduziert – und das wirkt sich entsprechend auf die Zahl der Jungvögel aus.

Während Sperber zunehmend in der Nähe von Siedlungen brüten, hatte im Hasbruch ein Habichtpärchen Bruterfolg. Und auch der Wespenbussard konnte seine Jungen erfolgreich aufziehen, freute sich Kunterding. Diese Vögel bleiben nur drei Monate hier und kehren schon im August in ihr afrikanisches Winterquartier zurück.

Störungen vermeiden

Der diesjährige Holzeinschlag im Hasbruch, so der Eindruck des Experten, habe allenfalls den Habicht tangiert, der ungern aus seinem angestammten Brutrevier abwandert. Die anderen hier lebenden Greifvögel seien da flexibler. Kunterdings Tipp für Naturfreunde, die es gut mit den Greifvögeln meinen: Immer auf den Waldwegen bleiben. So werden Störungen der Tiere weitgehend vermieden.

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