HASELüNNE - Der Spirituosen- und Getränkehersteller Berentzen aus dem emsländischen Haselünne will in zwei Jahren wieder die Verlustzone verlassen. „Im Jahr 2009 wollen wir eine schwarze Null schreiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Axel Dahm am Mittwoch angesichts der Bekanntgabe der Quartalszahlen.

Nach seinen Angaben erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr einen Verlust beim Betriebsergebnis in „hoher einstelliger Millionenhöhe“. Als Gründe nannte Dahm die gestiegenen Rohstoffpreise und die hohen Marketing-Investitionen. Eine Verlustzahl für die ersten neun Monate wurde nicht genannt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern den Angaben zufolge mit 3,9 Millionen Euro im Minus. Der Nettoverlust betrug in den ersten sechs Monaten 4,4 Millionen Euro. Für 2008 rechnet Dahm mit einem Verlust im „mittleren einstelligen Millionenbereich“. Ziel sei es, mittelfristig wieder „angemessene Rendite“ zu erwirtschaften.

Der Umsatz ohne Branntweinsteuer legte in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 127,4 auf 133 Millionen Euro zu, teilte der Konzern mit. Auch die Zahl der abgesetzten 0,7-Liter-Flaschen Spirituosen sei von 62,9 auf 73,8 Millionen gestiegen.

Als positiv bewertete Dahm die in diesem Jahr gestartete bundesweite Marketing-Offensive für die Dachmarke Berentzen. Damit wurde nach seinen Angaben das Image und der Bekanntheitsgrad der Marke gesteigert. Im kommenden Frühjahr solle nun eine Marketingkampagne für die zweite Hauptmarke Puschkin starten.

Ein Erfolg sei der Verkaufsstart des neuen Fruchtlikörs „Roter Apfel“ gewesen. Bereits jetzt gehöre der Likör zu den beliebtesten drei Produkten im Gesamtsortiment der Berentzen-Gruppe, hieß es.


Insgesamt wuchs das Inlandsgeschäft in den ersten neun Monaten um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dagegen verlief das Auslandsgeschäft schwächer als im Vorjahr. „Wir haben nicht systematisch in die Erschließung neuer Märkte investiert“, begründete dies Dahm. Er teilte mit, dass Torsten Timm (49) an diesem Donnerstag die Leitung des internationalen Geschäfts der Gruppe übernehmen werde. Die Zahl der Beschäftigten sei im Vergleich zum Vorjahr von 711 auf 730 gestiegen.