HASELüNNE - Mit Werbesprüchen wie „Knackiger Spaß im Glas“ wurde Berentzen berühmt. Mittlerweile scheint dem emsländischen Spirituosenhersteller allerdings der Spaß vergangenen zu sein.

Am Mittwoch traten gleich drei der neun Aufsichtsratsmitglieder, darunter der Chef des Kontrollgremiums Manfred Greune und sein Stellvertreter Hans-Detlef Bösel, zurück. „Aus wichtigem Grund“ hieß es offiziell. Wie am Donnerstag aus unternehmensnahen Kreisen zu erfahren war, sei es wegen des geplanten Verkaufs des Konzerns zum Zerwürfnis zwischen den drei Eigentümerstämmen des börsennotierten Unternehmens gekommen.

Der aus rund 40 Personen bestehende Kreis der Stammaktionäre, denen die Hälfte des derzeit defizitär laufenden Unternehmens gehört, hatte erst vor wenigen Wochen verkündet, den Verkauf als „eine Option“ in Betracht zu ziehen. „Es hat mehrere Angebote von potenziellen Käufern gegeben“, sagte ein Mitglied des Aufsichtsrates.

Offensichtlich sei in einer Sitzung des Aktionärspools am Mittwoch ein Kaufpreis genannt worden. Nach Informationen des „Handelsblatts“ soll ein indischer Investor ein Angebot knapp über dem derzeitigen Börsenwert, hochgerechnet 26 Millionen Euro, abgegeben haben.

Ausgerechnet die angeblich verfeindeten Cousins, Jan B. Berentzen und Christian Berentzen, sollen daraufhin aber gegen den grundsätzlich beschlossenen Verkauf gestimmt haben, was den dritten Aktionärsstamm der Familie Pabst-Richarz erzürnte. Dass auch Vorstandschef Axel Dahm nach dem Eklat seinen Hut nehmen könnte, wird von Unternehmensseite zumindest nicht dementiert.


Derweil litt der Aktienkurs heftig unter dem Zerwürfnis. Berentzen-Aktien gaben am Donnerstag um knapp 24 Prozent auf 2,48 Euro nach.