„Stadtrat erfüllt die Sparauflagen des Kreises“, Bericht in der Ð vom 17. Juni zu Erhöhung der Kita-Gebühren
Drei Punkte können sich die Ratsmitglieder, die die Gebührenreduzierung in den Kindertagesstätten wieder abgeschafft haben, hinter den Spiegel klemmen.
Erstens: Sobald zwei Elternteile berufstätig sind, wird es wahrscheinlich, dass sie in der fünften oder sechsten Einkommensgruppe landen und den Höchstsatz zahlen müssen. Schon ab einem Jahresbruttoeinkommen von 36 400 Euro (zwei Erwachsene, ein Kind) wird der Höchstsatz fällig. Das sind bei 13 Monatsgehältern 2800 Euro brutto. „Starke Schultern“ sehen anders aus!
Zweitens: Nach Angaben der Stadt gehören nur 10 Prozent der Eltern zu der fünften oder sechsten Einkommensgruppe. Kann es sein, dass sich die Stadt hier verrechnet hat (oder verrechnen wollte, weil sie ja eine bestimmte politische Entscheidung erreichen wollte)? Es wäre ja nicht das erste Mal.
Drittens: Der Abschied von der Gebührenreduzierung führt wahrscheinlich dazu, dass sich viele Frauen überlegen, ob es nicht besser wäre, zu Hause zu bleiben und nicht mehr zu arbeiten. Es ist völlig in Ordnung, wenn Frauen nicht berufstätig sind. Aber es ist nicht in Ordnung, wenn sie dazu gezwungen werden, weil die Kita-Gebühren so hoch sind, dass sich das Arbeiten nicht mehr lohnt. Und die Gebühren sind in Brake sowieso überdurchschnittlich hoch (Quelle: Landeselternvertretung).
Manuela Klaus, Brake
