HATTEN - Niels-Christian Heins wurde als Nummer eins der Hatter FDP-Kreistagswahlliste nominiert. Monika Grashorns Kandidatur für Platz sechs fand keine Mehrheit.
Von Stephan Onnen
HATTEN - Alles andere als ein Heimspiel war am Dienstagabend der Ortsparteitag der Hatter Liberalen für die FDP-Kreisvorsitzende Monika Grashorn. Die Schmeder Freidemokratin fiel bei der Nominierung der Kreistagskandidatenriege durch: Die 51-Jährige hatte sich als Nummer sechs des Hatter Ortsverbandes für die gemeinsam mit der Huder FDP im Reißverschlussverfahren aufzustellende Kreistagswahlliste (darauf wäre sie dann an letzter Position erschienen) beworben. Aber nur acht der anwesenden 28 Mitglieder wollten die Kandidatur unterstützen. 17 „Parteifreunde“ votierten mit Nein, es gab eine Enthaltung und zwei ungültige Stimmen. Dieses Ergebnis kommt einem deutlichen Misstrauensvotum gleich – offenbar ist die Kreisvorsitzende im eigenen Ortsverband nicht wohlgelitten.Für Monika Grashorn ist der erneute Einzug in den Kreistag dennoch möglich. So handelt es sich bei der vom Ortsverband vorgenommenen Aufstellung der Kandidatenliste nur um einen Wahlvorschlag, der von der Kreismitgliederversammlung noch korrigiert werden kann. Deren Termin wird der Kreisvorstand erst am 30. März festlegen.
Als Nummer eins aus Hatten nominierten die Mitglieder im „Schützenhof“ ihren Vorsitzenden Niels-Christian Heins – der 45-jährige Lehrer will dafür sorgen, dass Hatten im Kreistag wieder „gut und angemessen“ vertreten wird. Den nächsten Hatter Platz auf der Liste soll nach dem Willen des Ortsparteitags Neu-Mitglied Dieter Suhrkamp (49) belegen. Der Sandhatter Landwirt war erst kurz zuvor in den FDP eingetreten und wird darüber hinaus auch für den Gemeinderat kandidieren. Auf den weiteren Plätzen folgen Bärbel Käsbohrer (41), der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, Sebastian Neumann (25), und Elga Spille (43).
Dass die Hatter Freidemokraten hinter ihrem Vorsitzenden stehen, bewies auch die Neuwahl des Vorstands: Niels-Christian Heins erhielt 100 Prozent der Stimmen. In den Ämtern als stellvertretende Vorsitzende wurden Wilfried Witte und Bärbel Käsbohrer bestätigt. Als Geschäftsführer fungiert weiterhin Norbert Stickens, zu seinem Stellvertreter wurde Wilfried Wieschollek gewählt. Die Nachfolge von Gerd Brommelmeier als Schatzmeister tritt Edo Wübbenhorst an. Als Stellvertreterin wird ihn Elga Spille unterstützen. Brommelmeier hatte die Kassen auf Orts- und Kreisverbandsebene insgesamt 30 Jahre lang geführt. Als Dankeschön erhielt er einen Präsentkorb und eine Sonnenbrille – ein Modell, wie es Bundesvorsitzender Guido Westerwelle auf dem Foto trägt, das auf der Internet-Seite der Hatter FDP als Platzhalter für Brommelmeiers Konterfei dient. Dass die Abrechnung erstmalig in seiner Amtszeit eine Unterdeckung aufwies, war auf eine Finanzspritze für die JuLis zurückzuführen. Unterm Strich hat
der FDP-Ortsverband immer noch ein ansehnliches finanzielles Polster in Höhe von rund 4740 Euro.
Einen Teil des Guthabens dürfte der anstehende Kommunalwahlkampf schlucken. Als Ziel gab Vorsitzender Niels-Christian Heins aus: „Wir wollen im September den nächsten Sieg einfahren!“
