HATTEN - Die im Mai gelieferten Maschinen wurden jetzt in Betrieb genommen. Der nächste Transport startet im November.

Von STephan Onnen

HATTEN - Die Weißrussland-Hilfe der Sandkruger Malteser hat einen neuen Fürsprecher bekommen – bei dem Sympathisanten handelt es sich um keinen Geringeren als um den deutschen Botschafter in Minsk, Martin Hecker. Der Diplomat ist an der polnisch-weißrussischen Grenze zufällig auf das Sandkruger Projekt aufmerksam geworden und hat dem Auslandsbeauftragten der Malteser, Aloys Schmiegelt, seine Unterstützung zugesichert. Besonderes Lob fand Hecker für die Tatsache, dass sich die Malteser in Slonim engagieren – einer Region, die unter der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg stark gelitten hatte.

Slonim war auch diesmal wieder das Ziel der Reise von Schmiegelt. Dorthin hatten die Malteser Ende Mai Maschinen für eine Tischlerwerkstatt und eine Schneiderei geliefert. Die von der Frankfurter Haubenstock-Stiftung mit 32 000 Euro finanzierte Ausstattung ist der Caritas überschrieben worden und wird vom Sozialen Zentrum der Stadt betrieben. Nutzer sind jugendliche Waisen oder Sozialwaisen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Nachdem die Maschinen vom Zoll nunmehr freigegeben worden sind, kehrte Schmiegelt wie versprochen zurück, um den Aufbau von Werkstatt und Schneiderei zu gewährleisten. Die Federführung hierbei hatte Martin Federer – den Maschinenbaumeister aus Oberursel hatte Schmiegelt über die Frankfurter Stiftung kennen gelernt. „Alle Maschinen sind voll funktionsfähig“, berichtet Schmiegelt. Dem Probelauf folgte eine freudige Einweihungsfeier, in der den Sandkruger Maltesern tief empfundene Dankbarkeit entgegengebracht wurde. Schmiegelt übermittelte auch besonderen Dank an

die Kirchengemeinde St. Josef, die hinter dem Hilfsprojekt steht.

Begleitet worden ist Aloys Schmiegelt auf seiner Reise auch vom Bildjournalisten Matthias Niehues, der die einzelnen Stationen dokumentiert hat. Dabei sind die Malteser wieder mit enormem Elend in bedürftigen Großfamilien konfrontiert worden. Um Unterstützung hat die Caritas auch bei der Instandsetzung eines verwahrlosten Ferienheims für Waisenkinder in Nieciez gebeten. Hier ist Schmiegelt zuversichtlich, „zentrale Töpfe“ der Organisation Malteser International anzapfen zu können.


Die auf lokaler Ebene von den Sandkruger Maltesern aufgebrachten Mittel sollen weiterhin für Voronowo und Slonim eingesetzt werden. Der nächste Hilfstransport ist vom 5. bis zum 11. November geplant. Für Spenden besteht ein Konto mit der Nummer 333955 bei der LzO.

Im Herbst erwarten die Malteser ihrerseits Besuch aus Weißrussland: Der neue Caritas-Direktor in Grodno möchte die Dienststelle besuchen, um sich über die ehrenamtlichen Strukturen zu informieren. „Unser großes Plus ist, dass keine Verwaltungskosten anfallen“, weiß Aloys Schmiegelt um die Unterstützung von Geschäftsführer Jürgen Lueken.