HATTERWüSTING - In der Volkstanzgruppe der Gewerkschaftsjugend in Oldenburg haben sie sich 1956 kennen und lieben gelernt. Am 6. Juni 1958 gaben sie sich auf dem Standesamt und am Tag danach in der katholischen St. Michael-Kirche in Kreyenbrück das Jawort fürs Leben. An diesem Freitag feiern Norbert und Maria Methner, geborene Kisiel, in Hatterwüsting Goldene Hochzeit.

Der Jubilar wurde am 5. November 1935 in Thauer im Kreis Liegnitz in Niederschlesien als eines von vier Kindern eines Eisenbahners geboren. 1945 flohen Mutter und Kinder aus ihrer Heimat, landeten zunächst in der Nähe von Leipzig und dann in Oldenburg. Dorthin kam auch später aus englischer Kriegsgefangenschaft der Vater und arbeitete wieder bei der Bahn. Sohn Norbert erlernte nach der Schule zunächst das Tischlerhandwerk, arbeitete ein Jahr als Geselle, wurde arbeitslos. Nach einem „Zwischenspiel“ bei einem Eisenwerk im Ruhrgebiet war er von 1955 bis zur Pensionierung 1994 bei der Bahn beschäftigt, die letzten 20 Jahre bei der Fahrkartenausgabe.

Seine Frau kam am 1. Februar 1935 in Bielschowitz bei Kattowitz in Oberschlesien zur Welt, war die einzige Tochter. Da ihr Vater nach dem Krieg verschollen war, blieb die Familie trotz der Schikanen durch die polnische Bevölkerung weiter in der alten Heimat. Dort besuchte sie auch die polnische Schule. Deutsch zu sprechen, war bei Strafe verboten. Nachdem der Vater wieder aufgetaucht war, siedelte die Familie 1950 nach Oldenburg über, wo der er beim Bundesbahnausbesserungswerk Arbeit fand. Tochter Maria absolvierte nach der Schule eine Lehre als Verkäuferin in einer Schlachterei.

Zunächst wohnte das frisch getraute Paar bei ihren Eltern, dann zwei Jahre in einer Wohnung der Bahn, acht Jahre in Sande, wohin der Familienvater versetzt wurde. Anschließend ging es wieder zurück nach Oldenburg.

Drei Söhne wurde dem Ehepaar geboren: 1960, 1962 und 1976. Inzwischen gehören auch zwei Enkel zu ihren Nachkommen.


Vier Jahre lang baute die Familie überwiegend in Eigenleistung das Eigenheim an der Berliner Straße in Hatterwüsting, ehe sie 1977 einziehen konnte.

Der Garten ist ihr gemeinsames Hobby: Er ist fürs „Grobe“ zuständig, sie erledigt die „Feinarbeit“. Manche Kreativkurse hat die Jubilarin im Laufe der Jahre besucht. Alle vier Wochen geht das rüstige Paar auch mit Nachbarn zum Kegeln. Urlaube führten früher hauptsächlich in die Berge, seit einigen Jahren ist die Ostsee ihr bevorzugtes Reiseziel. Beide sind seit Jahrzehnten treue Leser der NWZ . Gefeiert wird mit Familie, Freunden und Nachbarn.