HATTERWÜSTING - Die Kriegsereignisse haben 1944 die Familie Lamsat aus Heydekrug im Memelland „gesprengt“ und weltweit in alle Richtungen verstreut. Das Schicksal war ihnen damals zwar hold gewesen, denn der beabsichtigte Rücktransport mit der „Gustloff“, die später in der Ostsee versenkt wurde, konnte wegen Überfüllung des Schiffes nicht erfolgen. Die Flucht führte die Familienmitglieder ins Oldenburger Land, nach Süd- und Ostdeutschland, aber auch nach Australien und die USA. Durch die Teilung Deutschlands war zunächst auch jeder Kontakt unterbrochen.

Dann hat sich nach fast 65 Jahren Klaus Jokschies aus Saalfeld in Thüringen daran gemacht, ein erstes Wiedersehen der Familienmitglieder zu organisieren und zu einem Cousinen- und Cousintreffen einzuladen. Zu seiner Freude haben alle angeschriebenen Verwandten diesem Treffen zugesagt und sind jetzt für zwei Tage mit ihren Partnern nach Hatterwüsting gekommen, um sich nach über einem halben Jahrhundert der Trennung erstmals wiederzusehen und miteinander zu feiern. Mit Hilfe von Manfred Drefs vom Oldenburger Touristenbüro konnte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt werden.

So traf man sich am Freitag um 18 Uhr in der Gaststätte des Kunstschmiedemuseums in Hatterwüsting und freute sich besonders, sowohl die Cousine Dora Waid aus Ohio in Amerika begrüßen zu können als auch Cousin Manfred Kolberg aus Australien. Groß war die Freude und man hatte sich bis in den Abend hinein sehr viel zu erzählen.

Am Sonnabend stand ein Spaziergang durch die Altstadt von Oldenburg auf dem Programm, der von Reiseführer Werner Vahlenkamp organisiert und begleitet wurde. Auf der anschließenden Ammerlandrundfahrt mit Löffeltrunk konnten Oldenburger Traditionen und Gebräuche kennen gelernt werden. Am Samstagabend haben sich alle wieder bei einem zünftigen Spanferkelessen vom Rost im Schmiedemuseum in Hatterwüsting zusammen gefunden und sich von Grillmeister Otto Gabriel und der Gastronomie des Museums verwöhnen lassen.