Bürgerfelde - Hauseigentümer Andreas Hartmann (59) ist fassungslos und verärgert. Mehrere rund 20 Meter lange Pappeln, die entlang der Ofenerdieker Bäke gestanden hatten, waren durch Sturm „Felix“ am Sonnabendnachmittag auf sein Grundstück und seine zwei Wohnhäuser an der Hugo-Eckener-Straße gekracht (die Ð berichtete). Hartmann und seine Frau kamen mit dem Schrecken davon. Doch bei beiden Gebäuden (das angeschlossene Nachbarhaus hatte Hartmann im vergangenen Jahr gekauft und gerade erst fertig außen saniert) sind das Dach und die Fassade stark beschädigt worden. Eine Photovoltaikanlage funktioniert nicht mehr. Das Dach des Carports wurde zertrümmert und ist auf den darin abgestellten VW Passat gestürzt. Die Gesamtschadenshöhe ist noch unbekannt.
Ein großes Baumteil liegt noch immer seitlich auf dem Dach des Nachbarhauses, der ganze Baum wird nur durch einen kleinen Bunker gestützt. Da der Zugang zur linken Hausseite von den restlichen Bäumen versperrt war, konnte die Feuerwehr das Baumteil nicht entfernen, da das Dach womöglich noch schwerer beschädigt worden wäre. Wer diese Arbeiten nun übernimmt, bleibt offen. Besonders dankbar ist Andreas Hartmann seinen Nachbarn. „Die ganze Straße hat am Sonntag mitgeholfen, das Grundstück freizuräumen.“
Von der Stadt dagegen fühlt sich Hartmann alleine gelassen: „Die Stadt trägt für den Vorfall die Verantwortung.“ Sie habe „fahrlässig“ gehandelt, kritisiert der 59-Jährige. Die Verwaltung habe angrenzend an sein Grundstück eine Schneise für den Fußweg- und Radweg zur neuen Flüchtlingsunterkunft auf dem Fliegerhorst geschlagen. Nach der Rodung eines Wäldchens seien die jetzt umgestürzten, jahrzehntealten Bäume völlig schutzlos gewesen. „Sie hätten aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen“, so Hartmann. Er erwäge daher eine Klage gegen die Stadt.
Mitarbeiter der Stadt waren am Montagmorgen vor Ort, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. „Nach unserer Auffassung befinden sich diese Bäume auf dem Gelände der Haaren- Wasseracht, zur endgültigen Klärung werden aber noch Gespräche geführt. Weiterhin sind wir davon ausgegangen, dass die jetzt umgestürzten Bäume standsicher waren“, teilt die Stadtverwaltung mit.
Die weiteren Arbeiten an dem Fuß- und Radweg hätten am Montag fortgesetzt werden sollen, wurden jedoch erstmal aufgeschoben.
Die Feuerwehr zog für den Zeitraum von Sonntagmorgen bis Montagabend eine glimpfliche Bilanz der Sturmeinsätze, so Sprecher André Heitkamp. Bei sechs Einsätzen hatte sie es mehrheitlich mit losen Dachziegeln oder Ästen auf Straßen zu tun.
