Harpstedt - „100 % erneuerbare Energien sind möglich“ – diese Vision hatte sich die Harpstedter Energie-Agentur (HEA) schon bei ihrer Gründung vor elfeinhalb Jahren auf die Fahne geschrieben. Der Weg zu diesem Ziel ist „lang und schwierig“ gab Vereinsvorsitzender Cord Remke bei der Mitgliederversammlung am Montagabend unumwunden zu. In den zurückliegenden zwei Jahren hat die HEA wieder mit etlichen kleinen Schritten dazu beigetragen, Samtgemeinde und Landkreis in Sachen erneuerbare Energien voranzubringen. Das ging aus dem Tätigkeitsbericht des Vorstandes hervor, dem zehn vom 30 Mitgliedern im Hotel „Zur Wasserburg“ folgten.
So stand die HEA der Samtgemeinde bei der Aushandlung der Konzessionsverträge beratend zur Seite. Jedoch ärgerte sich Remke, dass der Verein erst hinzugezogen worden sei, als schon fest stand, mit den alten Konzessionsnehmern weiterzumachen. So sei es für Alternativmodelle zu spät gewesen. „In den Verträgen ist nicht alles gelungen, aber es sind zumindest kleinere Verbesserungen erfolgt“, resümierte der HEA-Vorsitzende.
Auch auf Landkreis-Ebene, freute sich Remke, habe man sich eingeklinkt, um auf die Notwendigkeit eines Energie- und Klimaschutzkonzeptes aufmerksam zu machen. Leider sei der Förderantrag auf Bundesmittel erst sehr spät gestellt worden, so dass eventuell erst im Herbst 2014 ein Konzept vom Kreis verabschiedet werden könne. Und dann sei noch keine einzige Maßnahme erfolgt.
Neben der Ausrichtung des Workshops „Landkreis Oldenburg – 100 % erneuerbar“ in Harpstedt beteiligte sich die HEA mit 2500 Euro an der Anschaffung einer „Sonnenfängerbox“ für die Haupt- und Realschule.
Die Wahlen ergaben keine Neuerung. Das Vorstandsteam besteht weiterhin aus Cord Remke, Lars Möller und Jürgen Niermann. Für dieses Jahr hat sich die HEA vorgenommen, vor der Bundestagswahl die hiesigen Kandidaten einzuladen, um diesen energiepolitisch auf den Zahn zu fühlen.
Mitglied Heino Buchtmann bedauerte, dass zur Versammlung kein Vertreter der Samtgemeinde gekommen war, obwohl diese Mitglied sei. „Das ist das Problem in vielen Kommunen: Niemand fühlt sich direkt zuständig“, so Remkes Erfahrung. Bauamtsleiter Jens Hüfner habe sich jedoch für diesen Abend entschuldigt.
Nach den Regularien gab die HEA Frieder Eiskamp die Gelegenheit, über seine ersten Erfahrungen mit der Versorgung von Freibad und Schulzentrum mit Biogas-Energie zu berichten. Der Anlagenbetreiber zeigte sich zufrieden. Das Freibad sei in der Saison 2012 zu 100 Prozent mit der Abwärme aus Biogas versorgt worden, das Schulzentrum ab November nicht ganz zu 100 Prozent. An besonders kalten Tagen musste der alte Kessel in der Haupt- und Realschule noch zusätzlich in Betrieb genommen werden.
