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Bürgerprotest In Der Gemeinde Ganderkesee Mit Mahnwache gegen den Flächenfraß

Heide - Der Regen strömte, die Teelichter flackerten im scharfen Wind: Auch „Schietwetter“ hat Aktivisten der Bürgerinitiativen im Gemeindenorden „Heide-Schönemoor“, „Altengraben“, „Elmeloh“ und „Trendelbuscher Weg“  am Montagabend in Heide nicht von ihrer Mahnwache beim geplanten Baugebiet 252 „südlich Heuweg“ abgehalten. „Diesmal sind wir nur 20 Leute, mit mehr Vorlauf könnten es deutlich mehr sein“, gab sich Martin Faqeri von der BI Heide-Schönemoor entschlossen.

„Naturschutz“, „Naherholung“, „Flora“, Fauna“ und andere ihrer Meinung nach bei der baulichen Entwicklung des Nordens außer Acht gelassene Aspekte hatten sie auf die von Kerzen und Teelichtern erleuchteten Einweckgläser gemalt.

Um vor dem nächsten Ausschuss für Gemeindeentwicklung, an diesem Donnerstag, ab 18 Uhr im Rathaus, zum Umdenken und -lenken in Sachen Flächenfraß zu bewegen, sollte die Mahnwache am Heuweg, 100 Meter hinter der Straße Heider See, dienen.

Viel steht auf dem Spiel

In Faqeris Worten bedeutete das: „Zum Gedenken an das was, auf dem Spiel steht, wenn die Ausweisung von Baugebieten weiter so rasch voranschreiten sollte.“ Verweigern wolle man sich aber nicht: „Wir sind klar für eine moderate bauliche Fortentwicklung des Nordens“, beteuerte er. Diese Mahnwache stehe im Zeichen des Klimaschutzes, des Erhalts von Flora und Fauna, für den Baumschutz am Heuweg und gegen jede unangemessene Bebauung in der Gemeinde, fasste Faqeri zusammen.

In etwa mit diesen Themen, darunter der Start eines Bauleitplanverfahrens in Heide „nördlich Schulweg/östlich Heuweg“, der Bebauungsplan Nr. 262 in Heide „nördlich Schönemoorer Landstraße/westlich Kortenkamp“, der Bauleitplanung in Elmeloh sowie der Fällung von Bäumen in Heide, wird sich der Ausschuss am Donnerstag befassen.


Besorgt sind die Mitglieder der Nord-Bürgerinitiativen vor allem wegen einer rasch fortschreitenden Versiegelung der Bodenflächen und infolgedessen der wachsenden Überschwemmungsgefahr in Heide und Schönemoor.

Warum diese real ist, hatte die Verwaltung erst im letzten Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz ausführlich in einem Vortrag erläutert. Fazit: Neben empordrängendem Grundwasser trüge bei Starkregen auch der hohe Versieglungsrad auf so manchem Grundstück zur Hochwassersituation bei.

Sinneswandel setzt ein

Einen Erfolg können die Bürgerinitiativen schon für sich verbuchen: Beim Thema Bauen hat inzwischen ein Sinneswandel bei einigen Fraktionen des Gemeinderats eingesetzt. So forderte die CDU, innerörtliche Bereiche stärker zu entwickeln, statt neue Flächen zu versiegeln. Das hat auch Faqeri erkannt.

CDU nun Hoffnungsträger

„Wir setzen neben den Grünen, die eine Denkpause in Sachen neuer Baugebiete fordern, ausdrücklich auch auf die CDU“, sagte er und beteuerte: „Die Forderung vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Ralf Wessel, in der Bauleitplanung mit mehr Behutsamkeit vorzugehen, unterstützen wir ausdrücklich.“

Auch, dass die CDU nun endlich dabei „berechtigte Belange der Umwelt und des Klimaschutzes“ voranstelle, sei begrüßenswert.

Das Umschwenken zugunsten eines langsameren Entwicklungstempos ist auch bei der Verwaltung angekommen. Ein Bauleitplanverfahren zur Entwicklung von Wohnbauflächen in Heide „nördlich Schulweg/östlich Heuweg“ anzugehen, wird in der dem Ausschuss vorliegenden Beschlussvorlage nun ausdrücklich nicht empfohlen. Auch zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 253 „nördlich der Elmeloher Straße und westlich der Straße Am Holz“ rät die Verwaltung nicht.

Bauen in zweiter Reihe

Stattdessen raten die Experten dazu, dort die Bebauung in zweiter Reihe zu ermöglichen. Eine derartige flächenschonende Entwicklung hatte auch die CDU angeregt.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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