HEIDE - Es geht um die Wurst: Auch wenn manchen Menschen die Weiterverarbeitung von Rind- und Schweinefleisch Wurst ist, weil sie als Vegetarier andere Vorlieben hegen, spielt das Thema in Heide eine nicht unbedeutende Rolle. Dort ist das Unternehmen Müller’s Wurstdiele ansässig, das in zweiter Generation von Hergen Kämena und seiner Frau Sabine geführt wird. Am Montag hatte Kämena die Ganderkeseer Liberalen unter Führung ihrer Vorsitzenden Marion Daniel zu Gast. Mit dabei war auch der Chef der Landtagsfraktion, Christian Dürr.

Das Unternehmen ist Ende 1963 gegründet worden. Es expandierte relativ schnell. Zeitweise wurde auch die Bundeswehr beliefert. „Das haben wir mittlerweile beendet“, berichtete Kämena, der den Betrieb 1999 von seinen Schwiegereltern übernommen hat. Unter seiner Regie wurde die Belegschaft von 65 auf 80 Mitarbeiter aufgestockt, die Produktionsstätte modernisiert. Mit einer neuen Heizung, einer Photovoltaik-Anlage und seit 2007 auch mit zwei Blockheizkraftwerken konnte der CO -Ausstoß gegenüber dem Jahr 2000 um etwa 70 Prozent reduziert werden.

100 Schweine und fünf bis sieben Rinder werden jede Woche in dem Betrieb am Irisweg zerlegt und verarbeitet. Da die Tiere von Bauern aus der Region stammen, sei die Ware so frisch wie möglich, sagte Kämena auf Nachfrage.

Für die Verarbeitung sind sechs Schlachter und drei Auszubildende zuständig. Genügend qualifiziertes Personal zu haben, sei in der Zukunft eine für den wirtschaftlichen Erfolg entscheidende Frage, ist Kämena überzeugt. Er werde im Zweifel lieber eine Fachkraft zu viel als zu wenig ausbilden – eine Aussage, die von den Vertretern der Ganderkeseer FDP sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.

Ein Teil der Produktion wird über die Verkaufsstelle in Heide abgesetzt, der weitaus größte Teil aber in den insgesamt neun Filialen, die in drei verschiedenen Supermarkt-Ketten beheimatet sind. Dort bedienen Verkäuferinnen des Heider Unternehmens.


Expandieren wird Müller’s Wurstdiele in absehbarer Zeit wohl nicht: Würden deutlich größeren Mengen zu verarbeiten, wäre der Standort in Heide ganz sicher nicht zu halten, sagte Kämena.