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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Viele Versorger erhöhen Strompreise

18.11.2019

Heidelberg /Oldenburg Auf Stromkunden in Deutschland kommt eine Welle an Preiserhöhungen zu. Nach Angaben der Vergleichsportale Verivox und Check24 haben bereits rund 170 Versorger angekündigt, die Preise für private Verbraucher zum 1. Januar anzuheben.

Laut Verivox wollen bislang 177 örtliche Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,4 Prozent erhöhen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden müsse in den von den Strompreiserhöhungen betroffenen Regionen mit Mehrkosten von durchschnittlich 64 Euro pro Jahr rechnen. „Die Bundesregierung hat zwar erklärt, die Haushalte bei den Strompreisen entlasten zu wollen, doch davon ist bisher noch nichts angekommen“, sagte Valerian Vogel, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox.

Lesen Sie auch: Was auf Stromkunden im Nordwesten 2020 zukommt

Das Portal Check24, das 186 angekündigte und seit August vorgenommene Preiserhöhungen zählt, ermittelte einen durchschnittlichen Anstieg von 5,3 Prozent. Preissenkungen habe bisher kein Stromanbieter vorgenommen oder angekündigt. „Verbraucher zahlen schon seit Monaten Rekordpreise für Strom“, sagte Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. „Daran wird sich auch 2020 nichts ändern.“

Im Nordwesten hat unter anderen der Wilhelmshavener Stromversorger GEW bereits eine Preiserhöhung zum 1. Januar angekündigt. Auch der Oldenburger Versorger EWE rechnet nach Angaben eines Sprechers „eher mit steigenden Preisen“. Eine mögliche Preisanpassung werde dann allerdings nicht zum Jahreswechsel, sondern erst zum 1. Februar erfolgen.

Als Grund für die Strompreiserhöhungen gaben die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, steigt zum Jahreswechsel um rund 5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Sie macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Auch die Gebühren für die Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen, allerdings regional unterschiedlich.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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