HEIDMüHLE - „Ich geh dann mal zu meinen Alten.“ Was etwas despektierlich klingen mag, hört sich aus dem Munde einer 85-Jährigen schon ganz anders an. Für Edit Fritze ist es selbstverständlich, dass sie sich dienstags und auch an anderen Tagen der Woche auf den Weg macht, um im Altenwohnzentrum der AWO zu helfen, wo sie nur kann. Dabei hätte sie mit ihren stolzen 85 Jahren durchaus selbst Anspruch auf Hilfe. Aber davon will die rüstige Rentnerin vorläufig nichts wissen.
Zusammen mit elf weiteren Damen leisten die freiwilligen Mitarbeiter unendlich wertvolle Hilfe im Betrieb der Wohnanlage. Sie reden nicht über Pflegenotstand, sie packen an der Stelle an, wo das Personal nicht genug Zeit zur Verfügung hat. Und das sind überwiegend die menschlichen Kontakte.
Sie leisten einen Besuchsdienst bei pflegebedürftigen Bewohnern, sie gehen mit Bewohnern in den Ort ins Café oder machen Spaziergänge mit Rollstuhlgruppen, begleiten Patienten bei Arztbesuchen oder organisieren Feste und Feiern. „Uns Pflegekräften fehlt wirklich häufig die Zeit und da sind wir unendlich dankbar, dass wir diese ehrenamtlichen Helfer haben, die ganz viel für ein menschliches Miteinander tun“, freut sich Vera Skriwanek vom Pflegedienst der AWO.
Diesmal feierten sich die Helfer aber einmal selbst. Seit 15 Jahren sind sie aktiv und drei von ihnen, Helga Hinrichs, Gretel Kussin und Brigitta Doden, sind von Anfang an dabei. Für sie gab es von der AWO einen Gutschein, für alle anderen Blumen und eine gemeinsame Radtour zum Bootshaus nach Wilhelmshaven mit Besichtigung des Seewasseraquariums und anschließendem Grillen in der Antonslust. Wer Lust hat, den freiwilligen Dienst zu unterstützen, kann sich bei der AWO (04461-98700) oder bei Helga Hinrichs (04423-6836) melden. „Arbeit haben wir immer genug“, betont Helga Hinrichs.
