Ganspe - „Wer kennt dieses Tier?“ Die Hände der Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 a der Grundschule in Ganspe schnellen in die Höhe, als Jürgen Ahlers ihnen eine präparierte Bisamratte entgegen hält. Auch nach der Antwort beweisen die Kinder ihr Sachwissen und wollen weitere Kenntnisse über das Tier preisgeben.

Ahlers und sein Kollege Hajo Srodka sind die Obleute der Kreisjägerschaft Wesermarsch für das Infomobil. Mit ihm waren sie am Mittwochmorgen zu Gast in Ganspe, um am Ende der Unterrichtseinheit „Waldtiere“ den Kindern der vierten Klassen die Möglichkeit zu geben, Exponate heimischer Tiere zu sehen und sie auch anzufassen. Den Kontakt zum Infomobil hatte der Leiter des Hegerings Stedingen, Karl-Bernd Böse, hergestellt, der auch vor Ort war.

Während Jürgen Ahlers erzählt, lauschen die Kinder gebannt. Vieles ist ihnen bekannt, noch mehr erfahren sie an diesem Morgen. Wo lebt eine Bisamratte, wo eine Ratte? Was fressen die Tiere? Welche Gefahr sind sie für andere Tiere und welchen Gefahren sind sie selbst ausgesetzt? Auf all diese Fragen gibt Jürgen Ahlers eine Antwort. Dabei geht er nicht nur auf Waldtiere ein, sondern auch auf solche, die in den Wiesen der Wesermarsch zu Hause sind.

Der Jäger zeigt auf das Exponat eines Fuchses und erzählt den Kindern, welche Gefahr er für die jungen Rehe darstellt. Und er berichtet, wie sich die Rehe zu schützen wissen. Da sie geruchlos sind, seien sie für den Fuchs schwer zu wittern, sondern nur zu sehen. Auch darauf hätten die Rehe eine Antwort, verrät Jürgen Ahlers, denn sie würden sich in dem hohen Gras oder im Getreide klein machen und dadurch geschützt sein. Dennoch seien sie Gefahren ausgesetzt. So würden die Landwirte die Tiere oft nicht sehen, wenn sie die Felder mähen. Das könne für die Tiere schmerzhafte und manchmal sogar tödliche Folgen haben.

Die Kinder nehmen dies schweigend zur Kenntnis. Wenig später sind sie aber wieder aufgeweckt, streicheln die Exponate der Tiere und sehen sich genau Gefieder und Schnabel von heimischen Vögeln an. Sie nutzen die einmalige Chance, denn in der freien Natur haben sie dazu wenig Gelegenheit.


Und vor dem Infomobil haben die beiden Jäger Präparate von größeren Tieren aufgestellt. Auf dem Überläufer – einem einjährigen Wildschwein – nehmen die Kinder Platz und erfahren, dass ausgewachsene Wildschweine bis zum 200 Kilogramm schwer werden können.

Und dann kommt „Anna“ zu ihren Einsatz. Die Weimaraner-Hündin hatte entspannt in der Sonne gelegen und dem Treiben zugeschaut. Dann zeigte sie, warum sie bei der Jagd für Srodka ein wertvoller Helfer sein kann und zeigte ihre Apportierkünste.

Es war ein krönender Abschluss einer Unterrichtseinheit, die den Kindern viel Spaß bereitet hat.