Nordkreis - Finanzkrise hin, Bankenrettung her – die Unternehmen im Nordkreis blicken zum Anfang des neuen Jahres optimistisch in die Zukunft. Besonders das harmonische und professionelle Miteinander von Unternehmen und Verwaltung findet lobende Erwähnung.

Die Firma FM Büromöbel erweiteret derzeit sogar den Standort in Bösel. In der neuen Produktionshalle wird die Montagelinie eingerichtet. So soll die Produktionsmenge verdoppelt werden. „Wir sind sehr optimistisch, die Auftragslage ist gut“, berichtet Johannes Hinrichs, Prokurist der Unternehmensgruppe, die in Bösel 260 Mitarbeiter beschäftigt: „Generell ist das gesamte Weser-Ems-Gebiet wirtschaftlich gut aufgestellt, rezessive Phasen kommen hier nur abgeschwächt an.“

Vom lokalen und regionalen Wirtschaftsumfeld eher abgekoppelt ist der Tiermedizinhersteller Vet Pharma in Friesoythe. Doch auch hinsichtlich der Schwankungen der Weltwirtschaft macht sich Werksleiter Tim Pöpken keine Sorgen: „Unsere Branche funktioniert sehr unzyklisch. Landwirte werden auch weiterhin ihre Tiere medizinisch versorgen müssen, daher interessiert uns die Finanzkrise eigentlich nicht, für uns sind eher die Währungskurse interessant.“ Und so wird auch am Standort Friesoythe investiert: Eine neue Dampfkesselanlage wurde bereits im vergangenen Jahr bewilligt und soll 2013 den Betrieb aufnehmen.

„Noch nicht gänzlich überblicken“ kann Pressesprecher Sven Schmidt hingegen die Entwicklung für 2013 bei Leoni in Friesoythe, wo unter anderem Kommunikationstechnologie hergestellt wird: „Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist noch nicht absehbar.“ Besonders die südeuropäischen Kunden aus der Autoindustrie seien eher zurückhaltend. So wird es am Standort Friesoythe 2013 wohl keine größeren Investitionen geben. Auch beim Kabelhersteller Waskönig + Walter, der in Ramsloh 550 Mitarbeiter beschäftigt, bleibt man zurückhaltend. Für den Neubau einer Werkshalle (NWZ  berichtete) befindet man sich in der Planungsphase, so Geschäftsführer Stefan Nestler: „Relativ zu anderen Regionen haben wir am Standort Ramsloh allerdings gute Bedingungen, erfahren viel Unterstützung aus der Verwaltung.“

„Unveränderte Perspektiven“ sieht auch Stephan Holst, Marketingleiter bei Schinken Abraham, für den Standort in Barßel-Harkebrügge. Rund 300 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Von größeren Neuerungen sieht man für 2013 ab, allerdings nicht aus Sorgen vor der internationalen Finanzkrise: „Unsere Investitionen sind 2011/12 gelaufen, derzeit sehen wir keinen Bedarf. Auf eine weiterhin positive Entwicklung hofft Holst dennoch, sei doch die Nahrungsmittelbranche vorm Auf- und Ab der Finanzmärkte weitgehend gefeit.

Björn Buske
Björn Buske Online-Redaktion