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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mobilität: „Heißer Stuhl“ eröffnet neue Ära

24.08.2010

STUTTGART Ein hölzernes Zweirad, das mit seinen Stützrädern ein bisschen komisch aussieht, hat vor 125 Jahren ein neues Zeitalter eingeläutet. Am 29. August 1885 hatte Gottlieb Daimler seinen „Reitwagen“ zum Patent angemeldet. Es war das erste Motorrad, aber in der Rückschau viel mehr als das.

Denn der Reitwagen bewegte sich als erste Gefährt mit einem Verbrennungsmotor und aus eigener Kraft. Legt man die Wurzeln des Begriffs „Automobil“ zugrunde, also das griechische „autos“ für „selbst“ und das lateinische „mobilis“ für „beweglich“, so ist der Reitwagen eigentlich das erste Automobil der Welt.

Mit Verbrennungsmotor

„Der Daimler-Reitwagen ist Vorreiter der individuellen Mobilität – es war das erste Fahrzeug mit einem Verbrennungsmotor überhaupt“, sagt Michael Bock, Leiter des Mercedes-Benz-Museums. Das Stuttgarter Museum feiert das Reitwagen-Jubiläum am 29. August u.a. mit einer großen Schau historischer Motorräder. Der originale Reitwagen ist dort nicht ausgestellt, weil er 1904 verbrannte. Es gibt aber eine Replik, die man mit Geduld auch zum Laufen, besser gesagt Fahren bringt.

Sowohl Daimler (1834-1900) als auch 120 Kilometer entfernt in Mannheim Carl Benz (1844-1929) werkelten an einem Benzinmotor-Fahrzeug, das unabhängig von der Pferdekraft sein sollte. Sie haben sich wahrscheinlich nie persönlich kennengelernt, gelten aber als Gründerväter der heutigen Daimler AG (früher Daimler-Benz AG). Beider Erfindungen basierten auf dem Verbrennungsmotor von Nikolaus August Otto – noch heute wird der Benzinmotor im Auto ab und an als Otto-Motor bezeichnet.

Der im Gegensatz zu Benz wohlhabende Daimler, der sich eine Villa in Bad Cannstatt bei Stuttgart gekauft hatte, arbeitete dort in seinem Gartenhaus mit dem genialen Konstrukteur Wilhelm Maybach. Der Historiker Prof. Wilfried Feldenkirchen beschreibt in seiner Geschichte des Autokonzerns Daimler-Benz, wie es den beiden vor allem mit der Glührohrzündung gelang, einen schnell laufenden Motor zu entwickeln, der schließlich den Reitwagen antrieb.

Sitz erinnert an Sattel

Genannt wurde der Antrieb wegen seines charakteristischen Form „Standuhr“. Beim Reitwagen wurde nach einer umständlichen Startprozedur der Sitz – der durchaus noch an einen Pferdesattel erinnerte – auf den Motor gesteckt, so dass der Fahrer das Aggregat praktisch zwischen seinen Beinen hatte – ein bisschen wie ein „heißer Stuhl“.

Seine Patentnummer 36 423 erhielt der Reitwagen erst ein Jahr nach der Einreichung beim Reichspatentamt. Zu dieser Zeit hatte Benz bereits sein dreirädriges „Velociped“ auf die Straße gebracht, das als erstes Automobil im engeren Sinne gilt. Wenige Woche später folgte Gottlieb Daimler mit seiner Motorkutsche, die vier Räder hatte.

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