Kirchhatten - Um den Bau künftiger Großställe und Biomassekraftwerke besser steuern zu können, arbeitet die Gemeinde Hatten mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer an einem schlüssigen Konzept. Ziel ist es, Kriterien für die Bauleitplanung zu formulieren. Im Idealfall soll so künftig eine Zersiedelung der Landschaft vermieden werden, aber andererseits auch den expansionswilligen Landwirten eine Perspektive gegeben werden.
Hans Meyer vom Planungsbüro „Plankontor Städtebau“ Oldenburg empfahl dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Mittwochabend klipp und klar, über das Instrument einfacher Bebauungspläne das Thema anzugehen, da sowohl gewerbliche als auch landwirtschaftliche Tierhaltung so gelenkt werden könne.
Nicht jedem Ausschussmitglied ist bei diesem Gedanken wohl in der Haut: „Das ist ein ziemlich heißes Eisen“, befand Dieter Suhrkamp (FDP). Seine Sorge sei, dass am Ende nur ein kleiner Korridor für die Landwirte zur Verfügung stehe, führte er aus. Sein Fraktionskollege Niels-Christian Heins plädierte dafür, das Konzept auf einem gesonderten Termin den Landwirten sorgfältig vorzustellen. Man werde am Ende nicht alle Zielkonflikte lösen können, deshalb brauche die Politik präzise Informationen, für welche Betriebe eine Expansionsalternative im Außenbereich bestehe und für welche nicht.
Der Forderung nach einer Informationsveranstaltung im Rathaus schloss sich die große Mehrheit des Ausschusses, darunter in Redebeiträgen Gregor Holtrup und Adolf Heinrich Oltmann (beide CDU), Ausschussvorsitzende Dr. Heike Burghardt (SPD) und Bürgermeisterin Elke Szepanski an.
Eine Befragung von 87 Landwirten hat folgendes Bild ergeben: 41 Betriebe benötigen keine zusätzliche Entwicklungsfläche, 29 brauchen diese, Raum gibt es dafür angrenzend an ihre Hofstellen. Elf landwirtschaftliche Betriebe sind auf weitere Flächen im Außenbereich angewiesen, zwei planen eine Komplettumsiedlung.
Dr. Bernhard Rump von der Bezirksstelle Cloppenburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigte ein Problem auf. Viele Landwirte könnten ihre Entwicklungsplanung noch nicht so konkret beschreiben, wie es eine Bauleitplanung erfordere. „Natürlich kann am Ende das Ergebnis auch lauten: Es geht nicht“, betonte er.
Planer Meyer versuchte, dem Ausschuss Mut zu machen. Man stimme lediglich über Bewertungsgesichtspunkte ab. „Wir machen hier keine Planwirtschaft.“
