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Ausbildung Auf Umwegen zum Traumberuf

Fried-Michael Carl

HEKELN - Es war der Hinweis eines Kumpels, der Christian Peukert darauf brachte, beim Ute Wenke vorzusprechen. Dort werde ein Auszubildender gesucht, hatte der Freund ihm erklärt. Peukert zögert nicht lange, nahm allen Mut zusammen und stellte sich bei der Inhaberin des Glashauses in Hekeln vor. Seine Initiative zahlte sich aus: Am 1. August beginnt der 18-Jährige dort eine Ausbildung als Metallbauer mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik und bekommt seine zweite Berufschance.

„Es war eine Bauchentscheidung, ihm diese Lehrstelle zu geben“, erklärt Wenke, die eng mit der Kreishandwerkerschaft zusammenarbeitet. Während eines Praktikums habe er Initiative und Interesse gezeigt, habe bewiesen, dass er mit Kunden umgehen kann und schon Anregungen in den Betrieb eingebracht, nennt sie Gründe für ihre Entscheidung, die sie nach Rücksprache Hans-Gerd Düßmann, dem Betriebsleiter, getroffen hat. Und der junge Mann habe keine Arbeit gescheut, hebt Wenke hervor. Dass sei in einem Betrieb, der Wintergärten baut und Altbauten saniert, wichtig,

Rückblick: Nach der neunten Klasse hatte Peukert mit dem Hauptschulabschluss in der Tasche das Schulzentrum Berne verlassen und war in die Einstiegsklasse Metalltechnik bei der BBS Brake gewechselt. In diesem Jahr lief es nicht rund bei dem jungen Mann. Aufgrund persönlicher Belange hatte er eine Vielzahl von Fehltagen. Sein Traumberuf Metalltechniker war in weite Ferne gerückt.

„Ich wollte auf jeden Fall Lücken in meinem Lebenslauf verhindern“, wusste er aber damals um die Bedeutung eines kompletten Lebenslaufs. Er meldete sich bei der Agentur für Arbeit, bei der er auf Ulla Schipporeit traf, die junge Arbeitslose betreut. Sie suchte und fand für ihn eine entsprechende Förderungsmaßnahme, in der er wieder zurück auf den richtigen Weg kam und gezielt gefördert werden konnte.

Ab September 2011 waren es die Bildungsbegleiterinnen Karola Hadeler-Wilms und Antje Seebeck, die bei der Kreisvolkshochschule Wesermarsch in Brake in der „Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme“ (BvB) arbeiten, die Peukert zur Seite standen. Er machte Praktika als Büro- und Einzelhandelskaufmann – das sei aber nichts für ihn gewesen, meinte Seebeck.


„Anfangs hatte ich Motivationsprobleme“, gestand Peukert offen über die BvB-Zeit. Nach einem halben Jahr habe es dann „Klick“ gemacht, erinnert er sich. Danach habe er seinen weiteren Lebensweg selbst in die Hand genommen. Peukert schrieb eine Bewerbung für ein Praktikum im Glashaus Hekeln. Er bekam den Platz und überzeugte.

Am 1. August kann er mit der Ausbildung zu seinem Traumberuf beginnen. Und er hat fest vor, seine zweite Chance ganz konsequent zu nutzen.

Die berufsvorbereitende

Bildungsmaßnahme (BVB) der Kreisvolkshochschule Wesermarsch (KVHS) wird in Kooperation mit einer Beschäftigungsfördergesellschaft im Auftrag der Agentur für Arbeit in Brake durchgeführt. Das Ziel ist, Jugendliche und junge Erwachsene auf die Aufnahme einer Ausbildung oder Arbeit vorzubereiten.

Den Teilnehmernwird dabei die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten hinsichtlich einer möglichen Berufswahl zu überprüfen und zu ergänzen, sich in der Vielzahl der Berufe zu orientieren und eine Berufswahlentscheidung zu treffen.

In unterschiedlichen Bereichen werden die Kompetenzen erweitert. Diese werden auch auf die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Teilnehmer ausgerichtet und flexibel gestaltet. Sozialverhalten wird trainiert und reflektiert, es wird gelernt, Bewerbungen zu schreiben und Bewerbungsgespräche zu führen.

Die Teilnehmer können eigene Themen einbringen. An zwei Tagen der Woche findet Unterricht an den Berufsschulen statt. Eine betriebliche Qualifizierung in Form von Praktika ergänzt die Vorbereitung der Jugendlichen und ermöglicht Betrieben, einen geeigneten Auszubildenden im Vorfeld kennenzulernen

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