HELGOLAND/SYLT - In der Nordsee hat die Kegelrobben-
Saison begonnen. An der Küste wurde das erste Robbenbaby des Winters
auf einer Sandbank vor Sylt geboren, sagte der Sprecher der
Schutzstation Wattenmeer, Christof Goetze, am Donnerstag. Auf der
Hochseeinsel Helgoland werden bereits sechs weiß bepelzte Kegler
von ihren Müttern gesäugt. Robbenmilch enthält bis zu 50 Prozent
Fett, so dass die Jungen täglich um bis zu 1,8 Kilogramm zunehmen.
Mitarbeiter der Naturschutzverbände halten in dieser Zeit
Störungen von dem niedlichen Robbennachwuchs fern und informieren vor
Ort die Spaziergänger. Das von der Schutzstation Wattenmeer
entwickelte Konzept der flexiblen Ruhezone hat sich seit nunmehr 20
Jahren bewährt, sagte die Leiterin des Kegelrobbenschutzprojektes
der Schutzstation, Silvia Gaus. Die Mitarbeiter seien stolz darauf,
dass dies erfolgreiche Konzept nun auch im niedersächsischen
Nationalpark angewandt wird.
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An Deutschlands Küsten sind die bis zu drei Meter langen und 320
Kilogramm schweren Raubtiere relativ selten. Zur Zeit gibt es im
Wattenmeer vier Kolonien mit Jungenaufzucht: eine nahe der
westfriesischen Insel Terschelling (Niederlande), zwei auf Sandbänken
nahe Juist und nahe Amrum sowie seit 2001 eine auf der Düne bei
Helgoland. Dabei ist Helgoland die einzige feste Kolonie der
Kegelrobben in unmittelbarer Nähe der Zivilisation in Deutschland.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben die Tiere dieser Kolonien
an verschiedenen Orten der Nordsee - zum Teil gemeinsam mit
Seehunden. Kegelrobben können bis zu 140 Meter tief tauchen und 20
Minuten lang unter Wasser bleiben. Auf ihrem Speiseplan stehen neben
Lachsen, Dorschen und Heringen auch Makrelen und Schollen.
