HELLBUSCH - HELLBUSCH/LD - Fraktion und weitere Mitglieder der Kommunalen Alternative (KA) informierten sich kürzlich über das Holzvergaser-Kraftwerk auf dem Hof der Familie Hellbusch. Beeindruckt waren die Besucher von dem Pioniergeist der Gastgeber, die hier mit einem bundesweit einmaligen und millionenschweren Pilotprojekt Neuland bei der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe betreten haben (die NWZ berichtete).
Ausgelegt auf etwa 400 Kw elektrische Leistung soll in diesem Kleinkraftwerk Schwachholz aus der Durchforstung umliegender Waldflächen vergast werden, um mit dem Gas dann zwei Generatoren anzutreiben. Dieses Verfahren, so wurde bei der Führung deutlich, besitzt gegenüber konventionellen Biogasanlagen mehrere Vorteile. So ist die Energieeffizienz deutlich höher, es werden keine landwirtschaftlichen Flächen für den Rohstoffanbau beansprucht und nur ca. ein Prozent der eingebrachten Biomasse muss als Asche entsorgt werden.
Doch auch ein Problem wurde angesprochen: Eine optimale Ausbeute der zugeführten Energie ist nur dann gegeben, wenn es dem Betreiber auch gelingt, einen Großteil der anfallenden thermischen Energie zu verwerten. Bei einer Anlage dieser Größenordnung ließe sich damit beispielsweise eine komplette Siedlung mit über 40 Einfamilienhäusern heizen, wie die Besucher staunend erfuhren.
Doch das würde die kostenintensive Verlegung von Fernwärmeleitungen erfordern. Eine weiter Option wäre es, die Wärme als Prozesswärme, zum Beispiel für Gewächshäuser zu nutzen. Wie hier das ökologisch Wünschenswerte mit dem wirtschaftlich Sinnvollen zur Deckung gebracht werden kann, muss noch geklärt werden.
„Ein beachtenswertes Projekt mit noch vielen Herausforderungen“, so KA-Vorsitzender Eduard Hüsers. Besonders beeindruckt ihn, dass auch Abfallholz vom Wegeseitenrand einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden kann.
