Lemwerder - Die langen Tische und dass die begonnene Arbeit über Nacht einfach liegen bleiben kann, das sind nur zwei der Gründe, warum das Nähprojekt im katholischen Gemeindehaus, das Hedwig Woker anbietet, immer gut besucht ist.

Regina Brassat ist das erste Mal dabei. Nachdem sie früher für ihre Kinder genäht hat, stand ihre Nähmaschine lange arbeitslos in der Ecke. Für den Wiedereinstieg hat sie sich jedoch gleich an eine ganz große Herausforderung gewagt: Aus einem originalen Schnittmusterheft von 1956, das im Verwandtenkreis auftauchte, suchte sich ihre Tochter ein Pettycoatkleid nach damaliger Mode aus.

Juliane Bruns hat das Nähen von Ihrer Mutter Rotraut gelernt, die natürlich auch wieder mit zur geselligen Runde der Hobbyschneiderinnen gehört. Die 26-Jährige findet, dass es viel mehr Spaß macht, sich seine Kleidung nach eigenen Vorstellungen selber zu nähen. Sie ist das dritte Mal dabei und näht an einem schwarzen Dirndl, das sie auf einer Mottoparty tragen möchte. Petra Menze näht, genau wie Elke Döhle, schon seit 20 Jahren regelmäßig. „Wirklich Geld sparen kann man bei diesem Hobby nicht. Das Teuerste ist immer das Zubehör, wie etwa Knöpfe. Der Reiz ist jedoch, dass man hinterher ein maßgefertigtes Einzelstück hat, das genau den Vorstellungen entspricht“, schwärmt Petra Menze, die an einem Mantel arbeitet. Die gesellige Atmosphäre, neue Anregungen und Schnitte sind es, was sie zu den treuen Fans der Veranstaltung macht, die das nächste Mal im Frühjahr stattfindet.