Berlin - Für digitale Finanz-Angebote sieht der IT-Verband Bitkom künftig großes Potenzial. Laut einer aktuellen Studie können sich rund 25 Prozent der Internetnutzer vorstellen, online einen Kredit aufzunehmen, sieben Prozent haben das schon getan. „Die digitale Wirtschaft verändert unseren Umgang mit Geld“, sagte Ulrich Dietz, Vizepräsident des Bitkom am Montag. Sogenannte Fintechs, Start-ups aus der Finanzbranche, seien dabei wichtige Treiber in dem hochregulierten Sektor, der traditionell als sehr konservativ gelte.

70 Prozent der Internetnutzer führen demnach Bankgeschäfte bereits heute online durch. Am meisten genutzt werden dabei von ihnen herkömmliche Anwendungen wie der Abruf des Kontostands (100 Prozent) und Überweisungen tätigen (96 Prozent). Neue Kreditkarten fordern dagegen nur noch 13 Prozent der Befragten online an, eine persönliche Finanzberatung haben nur noch sechs Prozent in Anspruch genommen.

In vielen Fällen wird demnach schon das Smartphone für Bankgeschäfte genutzt. „Der Trend beim Online-Banking geht weg vom Desktop-PC und hin zu mobilen Geräten“, sagte Dietz. „Dabei wird das Smartphone noch weiter an Bedeutung gewinnen, vor allem dank innovativer Apps, die Online-Banking auf dem Mobilgerät immer intuitiver und unkomplizierter machen.“

Darüber hinaus entstünden derzeit viele Modelle wie die Peer-to-Peer-Finanzierung. Dabei treten auch private Personen als Kreditgeber auf. Zwei Prozent der Internetnutzer haben sich der Befragung zufolge über diesen Weg bereits Geld geliehen, neun Prozent könnten es sich vorstellen.

Viele Nutzer würden heute Digitalunternehmen ihr Geld anvertrauen, doch dafür bestehe noch großer Aufklärungsbedarf, sagte Dietz. Der Studie zufolge gaben 67 Prozent der Befragten an, die Finanzwelt immer weniger zu begreifen, 66 Prozent meinten, sie verstünden digitale Angebote überhaupt nicht.