Sandhatten - Es ist eine schwierige Situation, in der sich die Jugendherberge in Sandhatten zurzeit befindet. Einerseits sinken die Nutzerzahlen und wird bereits über eine Nachfolgenutzung verhandelt, andererseits hat die Einrichtung des Deutschen Jugendherbergswerks möglicherweise noch viele Monate in ihrer ursprünglichen Funktion geöffnet.
„Ich plane noch für das komplette Jahr 2014“, sagt Leiter Jürgen Koopmann. Er rechne damit, dass der Betrieb ganz normal weitergeht. Von einem sanften Auslaufen könne keine Rede sein. Koopmann, der sich in seiner Funktion als Herbergsvater auch um zwei Einrichtungen in Oldenburg und Bremen in leitender Position kümmert, räumt freimütig ein, dass der Trend in Sandhatten negativ ist. Mit 9000 Belegungen hätte man für 2013 kalkuliert, am Ende waren es nur 7000. Die Unsicherheit über die Zukunft der Jugendherberge spiele da eine starke Rolle, ist der Leiter überzeugt.
Die landschaftlich idyllisch gelegene Einrichtung in Sandhatten war schon immer ein klassisches Ziel von Grundschulen und Kirchengruppen. Bis aus Ostfriesland und der Wesermarsch kamen die Gäste. „Typisches Ikea-Publikum“ nennt der Herbergsvater seine Gäste und meint damit Menschen, die tendenziell eher gebildeter als der Durchschnitt sind und klare Wertvorstellungen besitzen. Doch die Anfragen sind weniger geworden. „Viele glauben vielleicht schon, es gibt uns gar nicht mehr“, fürchtet Koopmann.
In der Stadt Oldenburg besitzt die Jugendherberge „nur“ 104 Betten, zählte aber im Vorjahr etwa 15 000 Übernachtungen, in Bremen sind es bei 216 Betten sogar 50 000. Mit diesen Zahlen kann Sandhatten nicht mithalten, das ist auch dem Leiter vor Ort klar.
Koopmann schätzt nach eigenen Worten durchaus das Konzept, das der mögliche Käufer – die Genossenschaft Plan B – als Ökologische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft verfolgt. In einer Generationen übergreifenden Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten sowie ein zukunftsweisendes Beispiel für solidarisches Wirtschaften und für nachhaltiges, ökologisches Leben entwickeln, wie die Initiatoren es selber beschreiben, könnte auch ein Traum vieler Sandhatter Jugendherbergsgäste sein.
Solange die Jugendherberge Sandhatten aber noch eine Jugendherberge ist, will Jürgen Koopmann mit seinem Team – drei Mann Stammbelegschaft, bei Bedarf bis zu zehn Mitarbeiter – alles geben. Die am stärksten nachgefragten Monate April bis Juni und der September sollen es auch in diesem Jahr richten.
