Nordenham - Zum Vierteljahrhundert hat es nicht ganz gereicht. Aber 24 Jahre als Chef der Straßenmeisterei Nordenham sind auch eine Hausnummer, die sich sehen lassen kann. Nach dieser langen Zeit, die er als „sehr schön“ empfunden hat, nimmt Alfred Giesmann seinen Abschied. Der Bauamtsrat räumt an diesem Freitag sein Büro in der Betriebsstelle an der Großensieler Straße aus und verlässt Nordenham, um eine neue berufliche Herausforderung in Oldenburg anzutreten. Dort übernimmt Alfred Giesmann zum 1. Juli die Leitung der Autobahnmeisterei. Wer sein Nachfolger in Nordenham wird, ist noch nicht entschieden.
Der 57-jährige Bauingenieur betont, dass ihm die Arbeit in Nordenham „immer großen Spaß gemacht hat“. Doch es gibt zwei Gründe, die ihn dazu bewogen haben, nach Oldenburg zu wechseln. Das ist zum einen die Nähe zu seinem Wohnort Hude, wo er seit 2010 lebt. Und zum anderen ist es der Reiz, sich noch einmal im Beruf zu verändern und sich einer neuen Aufgabe zu stellen.
Gebürtiger Ostfriese
Alfred Giesmann stammt aus Detern bei Augustfehn. Nach dem Abitur in Leer absolvierte er ein Studium in Oldenburg. Als Bauingenieur war Alfred Giesmann zunächst für ein Jahr bei einer Hochbaufirma beschäftigt, bevor er sich für den öffentlichen Dienst entschied und beim Land Niedersachsen die Bauinspektorenlaufbahn einschlug. 1986 bekam er den Posten des stellvertretenden Straßenmeistereileiters in Braker übertragen. Drei Jahre später folgte der Wechsel in den Innendienst der Straßenbauverwaltung in Oldenburg.
Als 1993 der damalige Chef der Nordenhamer Straßenmeisterei, Norbert Kraeße, eine Stelle bei der Stadt Nordenham antrat, wurde Alfred Giesmann zu dessen Nachfolger ernannt. Zu der Zeit war die Straßenmeisterei noch am Rahden in Blexersande untergebracht. Die Räumlichkeiten ließen in mehrfacher Hinsicht zu wünschen übrig, so dass die Planung für einen Neubau aufgenommen wurde. Zwischendurch gab es zwar Überlegungen, die Straßenmeisterei Nordenham aufzugeben, aber dazu kam es nicht. Stattdessen nahm das Neubauprojekt an Fahrt auf.
2002 erfolgte der erste Spatenstich auf dem Gelände an der Großensieler Straße, das sich das Land schon 1993 für diesen Zweck gesichert hatte. Um ein Haar wäre trotzdem nichts aus dem neuen Domizil geworden. Denn Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) stellte das Vorhaben aus Kostengründen in Frage. Die Folge war im Sommer 2003 ein mehrmonatiger Baustopp. Letztlich nahm die Zitterpartie ein gutes Ende: Im März 2005 wurde die Einweihung der neuen Straßenmeisterei gefeiert, deren weithin sichtbares Erkennungsmerkmal ein großer Streusalz-Siloturm aus Holz ist. Die Baukosten beliefen sich auf 3,7 Millionen Euro.
In der Straßenmeisterei Nordenham, die der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg angegliedert ist, sind jetzt 19 Mitarbeiter beschäftigt. Früher waren es mehr. Aber durch die Vergabe bestimmter Tätigkeiten an private Unternehmen wurde der Personalbedarf reduziert.
Fast 200 Kilometer
Die Straßenmeisterei ist in Nordenham, Butjadingen und Stadland für eine Gesamtstrecke von 198 Kilometern an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie für etwa 72 Radwegkilometer zuständig. Der Aufgabenbereich umfasst in erster Linie Unterhaltungs- und Pflegemaßnahmen sowie die Verkehrsbeschilderung und den Winterdienst. In seiner neuen Funktion als Chef der Autobahnmeisterei Oldenburg ist Alfred Griesmann für 39 Mitarbeiter verantwortlich.
Als besondere Ereignisse aus seinen Nordenhamer Zeiten wird er die Ortsumgehungsprojekte in Atens und Rodenkirchen in Erinnerung behalten. In den 24 Jahren hat Alfred Giesmann eine „enorme Zunahme des Verkehrsaufkommens“ beobachtet. „Damit sind auch steigende Anforderungen an die Straßenunterhaltung verbunden“, sagt er.
