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Tourismus „Herr Huntetal“ hat ausgedient

Uta-Maria Kramer

Wildeshausen - Das Entsetzen war groß, als im Oktober 2012 bekannt wurde, dass das Wildeshauser Hotel Huntetal zwangsversteigert werden sollte. In Schieflage geraten war der an sich gesunde Betrieb, weil die Eigentümerfamilie zum Schluss nicht mehr in der Lage gewesen war, die Abträge in der vereinbarten Höhe zu leisten.

Rettung kam jedoch in der sprichwörtlich letzten Minute. Zwei Wochen vor der geplanten Zwangsversteigerung im Januar 2013 gelang der Verkauf an Nils Luthardt und Oliver Nicolai.

Getan hat sich seitdem viel in dem 1993 erbauten Hotel. Ein Großteil der insgesamt 32 Einzel-, Doppel-, Dreier- und Viererzimmer, das Restaurant, der Veranstaltungsraum, die Flure und das Treppenhaus wurden grundlegend modernisiert und strahlen jetzt in warmen Brauntönen Gemütlichkeit aus. Einige Zimmer in der zweiten Etage fehlen noch und sollen im Oktober in Angriff genommen werden.

Schönes Haus

„Es war eine reizvolle Herausforderung für uns, dieses schöne Haus zu erhalten und in unserem Sinne umzugestalten“, berichtet Nicolai. Der gelernte Fleischermeister ist für das tägliche Geschäft zuständig, während sein Partner Luthardt, ausgebildeter Hotelmeister und Koch, jeden Tag erst ab 17 Uhr dazu stößt, da er hauptberuflich die Metz Modul GmbH leitet.

„Ich sehe das Hotel mehr aus der Sicht des Gastes, mein Partner aus der Sicht des Hoteliers“, erklärt Nicolai. Und weil ihm als Gast wichtig ist, dass der Latte macchiato mit Vollmilch aufgeschäumt wird, und er das prämierte Eis von Gepetto schätzt, wird beides jetzt auch in seinem Hotel kredenzt.


„Außerdem haben wir einen zusätzlichen Koch eingestellt und setzten verstärkt auf regionale deutsche Küche“, betont Nicolai. Eine umfangreiche Weinkarte, die in Kooperation mit einem Weinhändler ausgearbeitet wurde, verwöhnt darüber hinaus die Genießer.

Zahlen belegen den Erfolg des neuen Konzepts: Die Auslastung des Hotels konnte von zuvor schon guten 55 bis 60 Prozent auf 75 Prozent in den vergangenen beiden Monaten gesteigert werden, und auch das Restaurant wird laut Nicolai stärker nachgefragt.

Hoch in die Luft

Auch die Voraussetzungen für den Ballonstartplatz, der die Attraktivität des Hotels weiter erhöhen soll, sind inzwischen erfüllt. „Der jeweilige Anbieter muss nur eine Einzelstartgenehmigung bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr einholen“, sagt Nicolai. Der erste Start ist am 2. August im Rahmen des Aktionswochenendes „Wildeshausen bewegt (sich)“ geplant.

Jetzt soll noch die bereits erweiterte Terrasse überdacht werden. Spielgeräte werden den Garten attraktiver machen und auch Dauer wollen die Jung-Hoteliers auch das Thema Veranstaltungen aufgreifen. Mit dem im Bau befindlichen Sauna- und Wellnesscenter am Krandel streben Luthardt und Nicolai eine Kooperation an.

Umbenennung

Und warum die Umbenennung von Hotel Huntetal in „Wildeshauser Hof“? „Es kam immer wieder vor, dass Kunden Herrn oder Frau Huntetal sprechen wollten, und da haben wir uns gedacht, dass der Name ,Wildeshauser Hof’ fassbarer ist, quasi ein Qualitätsmerkmal, das auch für Stadtnähe steht“, erklärt Nicolai.

Bereut haben die beiden Unternehmer den Einstieg ins Hotelgeschäft keinen Moment. „Unser Leben hat sich zwar seit der Übernahme komplett verändert, denn als Hotelier ist man rund um die Uhr gefordert, aber genau das macht den Reiz aus“, resümiert Luthardt.

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