Eggeloge - Wenn Arno Lohmeyer durch seinen Garten geht, dann bahnt er sich seinen Weg durch ein wunderschönes, farbenfrohes Meer aus Blumen: Dahlien in allen Farben und Formen haben es ihm angetan. Die Knollenpflanzen hat Lohmeyer in seiner Freizeit innerhalb von fünf Jahren gezüchtet.
„Ich habe schon immer Dahlien gehabt“, sagt der 54-Jährige. „Früher gekaufte Knollen und jetzt selbst gezüchtete.“ Seine Hobbyzucht sei dabei aus einem ungewollten Sämling im Möhrenbeet entstanden. „Ich halte das bei Pflanzen immer so: Wenn sie es von allein schaffen zu keimen, dann lasse ich sie auch wachsen“, erklärt er. Und der Sämling keimte.
470 Dahliensorten
„Country Queen“ taufte er die erste Dahlie in seinem Garten – weil sie im Gemüsebeet gewachsen war. „Mein Interesse war geweckt“, schmunzelt der Eggeloger. 2011 trocknete er die Saat seiner Dahlien erstmals, um sie gezielt zu setzen, dann ging es beinahe Schlag auf Schlag: „2013 hatte ich schon 120 verschiedene Sorten, 2014 320 Sorten und dieses Jahr habe ich 470 Dahlienarten“, zählt der Hobbyzüchter stolz auf.
Dabei schicke er jährlich jeweils die schönsten Exemplare an Dahlienexperten bundesweit. „Ich hab’ zum Beispiel mein „Wettersternchen“ eingeschickt und die hat 89 von 100 Punkten erreicht“, freut sich Lohmeyer. Das sei ein sehr gutes Ergebnis, da die Pflanze ab 80 Punkten als Qualitätsdahlie gelte.
Alles, was ein guter Züchter wissen sollte, hat sich der Naturliebhaber selbst beigebracht – mit Büchern und dem Internet. Das Ergebnis jeder Zucht könne man aber auch als erfahrener Züchter nie voraussagen: „Jede Dahlie ist wie eine Wundertüte“, findet er. „Schließlich hat diese Pflanze acht Gensätze, da ist fast alles möglich.“ Besonders gerne aber möge er Dahlien, deren Knospen gut gefüllt seien und zwei bis drei verschiedene Farbnuancen aufwiesen.
Die Blumenzucht von Arno Lohmeyer bedeutet allerdings nicht nur eine tolle Deko und einen süßen Duft, es steckt auch viel Arbeit dahinter: „Man ist das ganze Jahr über beschäftigt“, weiß der 54-Jährige. „Im Frühjahr wird aufgepflanzt, im Sommer werden die Dahlien vermessen und zum Überwintern müssen alle Knollen in den Keller.“
Hobby bleibt Hobby
Das bedeute, dass er sämtliche Knollen ausgraben und einlagern müsse. „Jede Sorte, die über den Winter stehen bleibt, ist unwiederbringlich verloren“, erklärt er. Diese mühselige Arbeit nimmt der Hobby-Gärtner daher gerne auf sich. Hauptberuflich wolle er aber nicht züchten: „Wenn man das Hobby zum Beruf macht, ist es kein Hobby mehr.“
