HERZOGENAURACH - Drastische Auftragseinbrüche als Folge der Autokrise zwingen den angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler zu massiven Einschnitten. Nach monatelanger Kurzarbeit, mit denen Auftragsflauten abgefedert wurden, drohen bei dem fränkischen Unternehmen nun Entlassungen im großen Stil. Allein in Deutschland will das Unternehmen rund 5000 Arbeitsplätze streichen, erfuhren Medien am Freitag aus unternehmensnahen Kreisen.

Mit der Übernahme des Autozulieferers Continental (Hannover) hätten die Einschnitte aber nichts zu tun, hieß es. Weltweit sollen demnach 8000 der insgesamt 66 000 Stellen wegfallen. Deutsche Standorte, an denen rund 28 000 Mitarbeiter beschäftigt sind, wären damit von dem Stellenabbau überproportional stark betroffen, hieß es. Ein Unternehmenssprecher lehnte dazu am Freitag eine Stellungnahme ab. Der Konzern um Miteigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler hatte sich mit der Übernahme des Konkurrenten Continental verhoben. Derzeit lasten über 10 Milliarden Euro Schulden auf dem Unternehmen.

Nach Medien-Informationen will die Firmenleitung am Dienstag den Gesamtbetriebsrat über die Pläne informieren. Am Mittwoch seien dann Betriebsversammlungen an mehreren Standorten geplant, bei denen die Werksleitungen den Mitarbeitern die Stellenabbaupläne erläutern wollten. Es sei mit Protestveranstaltungen zu rechnen.

Auch der Thyssen-Krupp-Konzern will in seiner notleidenden Stahlsparte 1800 bis 2000 Arbeitsplätze streichen. Vorstand und Betriebsrat der Stahl AG einigten sich auf einen Sozialplan, der den Abbau bis zum 30. September 2010 vorsieht. Dies teilte das Unternehmen in Duisburg mit.