Kleinensiel - Der Herzstück des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) wird abtransportiert: der Generator. Am Donnerstag ist das 374 Tonnen schwere Ständermittelteil mit dem Küstenmotorschiff Andreas ins Kernkraftwerk Brokdorf transportiert worden, an diesem Freitag folgt der 204 Tonnen schwere Läufer mit einem zweiten Schiff. Die insgesamt 100 Tonnen schweren Endteile werden auf Lastwagen an die schleswig-holsteinische Westküste gebracht.
Der KKU-Mitarbeiter Stephan Bakker hat den Abtransport mit gemischten Gefühlen begleitet. Einerseits ist er traurig, dass das Herzstück aus dem Kraftwerk heraus ist, andererseits ist er froh, dass es nicht verschrottet werden muss, sondern anderswo noch gute Dienste leisten kann. 2007 ist es im KKU installiert worden, vier Jahre vor der Abschaltung nach der Fukushima-Katastrophe.
Brokdorf wird nach den jetzigen Plänen noch bis 2022 am Netz bleiben, aber der Generator könnte noch länger durchhalten, sagt Stephan Bakker.
2012 demontiert
Im vergangenen März war der Energieumwandler demontiert worden (die NWZ berichtete), Anfang dieses Jahres war er aus dem Fundament geholt und auf eine Montageplattform gesetzt worden. Mit dem Abtransport hat das KKU die niederländische Firma Mammoet beauftragt. Zunächst rollte der 10,80 Meter lange und 4,40 Meter hohe Generator auf einem 16-achsigen Anhänger zum Schiff, auf das er dann mit einem Spezialkran gehievt wurde, den ebenfalls das niederländische Unternehmen bereitgestellt hatte.
Die Arbeiten begannen gegen 8 Uhr morgens und dauerten dann noch etwa sechs Stunden, sagte Jörg Gaspar aus dem Bereich Aufsichtsverfahren/Dokumentation des Kraftwerks.
Einbau im Sommer
In Brokdorf soll der Generator noch in diesem Sommer eingebaut werden und ein älteres Modell ersetzen. Das wird während der Revision geschehen. Der erste Generator war 2002 nach 177 000 Betriebsstunden ausgetauscht worden. Insgesamt wurden die Generatoren im KKU viermal ausgetauscht.
