HIDDIGWARDEN - Auch wenn der Wind noch recht kalt ist, locken die Sonnenstrahlen: Eine interessante Art um bei einem Spaziergang frische Luft zu tanken bietet Diplombiologin Antje Seebeck an. In regelmäßigen Abständen macht sie Kräuterwanderungen.

Dieses Mal ging es mit neun Teilnehmern über den Hiddigwarder Hellmer. Für das ungeübte Auge ist dort noch nicht viel vom Frühlingserwachen zu sehen, doch schaut man genauer hin, kann man bereits viel Spannendes erkennen. Die ersten Brennnesseln, Wiesenkerbel oder Gierschblätter recken sich aus dem Boden. „Und gerade diese ersten Sprosse nach der Winterruhe sind es, die die meisten Inhaltsstoffe haben und am leckersten schmecken“, erklärt die Biologin. Dass Brennnesseln nicht nur brennende Bläschen hinterlassen, sondern auch zu schmackhaftem, vitaminreichem Salat oder Heiltee verarbeitet werden können, ist sicher schon vielen bekannt. Aber auch Giersch, Löwenzahn oder Wiesenkerbel lassen sich beispielsweise mit einem milden Dressing aus süßer Sahne und Zitrone genießen, verrät die Kräuterfrau. „Die im Frühjahr vermehrt vorhandenen Bitterstoffe werden dadurch gemildert und dem Körper tun die vielen Inhaltsstoffe, wie Kieselsäure, Eisen, Kalium oder Vitamin C sehr gut. Das Brennen der Brennnesseln lässt sich mit Spitzwegerichblättern kurieren.“ Einige Kräuter verändern ihre Wirkstoffe im Laufe des Jahres. Sie können so, wie der Krankheitsdämmer Scharbockskraut, später nässende Stellen auf der Haut hervorrufen. Gundermann hingegen hilft gegen Eiter und Entzündungen aller Art.

Neben all den positiven Wirkungen kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Darum rät die Biologin zu einer Rücksprache mit dem Arzt, bevor man auf eigene Faust versucht etwas auszukurieren.

Von Mai bis Oktober bietet sie jeden ersten Freitag und zweiten Sonnabend im Monat Wanderungen an. Anmeldungen: Telefon  04406/959163