Ganderkesee - 17 leerstehende Gewerbeimmobilen sind aktuell in der Immobilienbörse auf der Internetseite der Gemeinde Ganderkesee aufgelistet – zwölf in Ganderkesee, vier in Bookholzberg und eines in Heide. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Immobilien in der Gemeinde, die zum Verkauf und insbesondere zur Vermietung angeboten werden. „Einige Eigentümer möchten aus unterschiedlichen Gründen nicht, dass ihr Objekt dort aufgeführt wird“, teilt Wirtschaftsförderin Christa Linnemann auf Nachfrage der NWZ mit.
Interesse seitens Gewerbetreibenden sei da, so Linnemann: „Wir verzeichnen eine Nachfrage sowohl nach Miet- als auch nach Kaufobjekten, wobei letztere in der jüngeren Vergangenheit zugenommen hat.“
Bezüglich der Leerstände in der Rathausstraße in Ganderkesees Zentrum seien die Mitarbeiter laut Linnemann „intensiv auf der Suche nach passenden Nutzern“. Vor Kurzem hat sich hier „Platzhirsch“, ein Anbieter von Möbeln und Wohnaccessoires, niedergelassen. Im Oktober will Stephan Piper seine Ergotherapiepraxis, die derzeit an der Mühlenstraße 1 liegt, in der ehemaligen Apotheke neueröffnen. Im Schaufenster des ehemaligen Blumenhauses Tönjes weist seit Neustem ein Schild daraufhin, dass hier die Generali-Versicherung ein Büro eröffnet. Im ehemaligen Fahrradladen gegenüber dem Kaufhaus von Seggern waren am Freitag Bauarbeiter am Werk. Hier soll nach Auskunft der Bauarbeiter eine Wohnung entstehen. Gute Neuigkeiten gibt es außerdem für das leerstehende Ladenlokal an der Ecke Mühlenstraße/Bergedorfer Straße, in dem zuvor eine Videothek ansässig war. Es gebe mehrere Interessenten, teilt Linnemann mit. Leer stehen hingegen seit einigen Tagen die Räumlichkeiten des Delmenhorster Kreisblattes. Die Redaktion teilt sich ab sofort die Räume Am Markt 2 mit dem Reisebüro Ganter Reisen.
Ursachen für lange Leerstände gibt es laut Linnemann viele. So spielen unter anderem Ausstattungsmerkmale wie Beheizbarkeit einer Halle oder Torhöhe, Investitionsbereitschaft und Preisvorstellungen der Vermieter eine Rolle. Bei Ladenflächen im Zentrum komme die zunehmende Konkurrenz durch den Onlinehandel hinzu. Zudem seien die verhältnismäßig kleinen Ladenlokale für die meisten Ketten unattraktiv.
Auch wenn viele das Gefühl haben, dass der Ort ausstirbt – Zahlen belegen anderes: „Die Zahl der Gewerbetreibenden ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Gleiches gilt für die Zahl der in Ganderkeseer Unternehmen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten“, teilt Linnemann mit. Letztere stieg von 2013 bis 2016 um 12,4 Prozent auf jetzt mehr als 8000. „Beide Entwicklungen machen deutlich, dass Ganderkesee ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist“, betont Linnemann. Dass dies auch so bleibt, will die Gemeinde laut der Wirtschaftsförderin unter anderem mit Breitbandausbau, Erhöhung der Familienfreundlichkeit sowie der Bereitstellung bedarfsgerechter Gewerbeflächen sichern. Dafür bekommt sie Unterstützung: Das Bewerbungsverfahren für einen Sachbearbeiter für die Wirtschaftsförderung läuft derzeit. Das Thema City-Management werde dann durch interne Umstrukturierungen verstärkt angegangen, verspricht Christa Linnemann.
