Westerstede - Die Formen sind organisch, die Farben sind dezent. In diesem Ambiente sollen Menschen, die an Körper und Seele erkrankt sind, gesunden. Am „Tag der Architektur“ durften sich Interessierte in der neuen Westersteder Fachklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie umsehen – begleitet von der Innenarchitektin Carolin Kimmer (Bremer Architektenbüro Gerlach Schneider Partner) und von Stationsleiterin Gertrud Dittmann.

Viele der Räume in dem mit gelblichem Klinker verblendeten Gebäude an der Norderbäke sind bereits eingerichtet. Ab September sollen dort – in unmittelbarer Nähe zum Klinikzentrum – 40 Personen stationär und bis zu fünf Menschen tagesklinisch behandelt werden. Es gibt drei Einzel- und ein Doppelzimmer für Privatpatienten. Kassenpatienten werden in Doppelzimmern untergebracht. Zehn der Betten stehen dem Bundeswehrkrankenhaus zur Verfügung.

Während im Untergeschoss der Empfangsbereich, Arzt- und Personalzimmer sowie ein Seminar- und der Technikraum zu finden sind, beherbergt der erste Stock die Patienten- und Therapiezimmer. „Wir haben insgesamt 4900 Quadratmeter bebaute Fläche“, sagt Kimmer. Ein Viertel davon sei aber noch nicht ausgebaut. Das werde bei Bedarf geschehen.

Lichtdurchflutet sind die Zimmer, hell die Einrichtungsgegenstände – geschmackvoll trotz der Funktionalität. Die Errichtungskosten liegen bei rund zehn Millionen Euro. „Ich freue mich, sagen zu können, dass wir mehrere hunderttausend Euro unter der Planung bleiben werden“, betont Carolin Kimmer. Träger ist der Landkreis Ammerland, Betreiber die Karl-Jaspers-Klinik (KJK).

Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet Gertrud Dittmann in der KJK in Wehnen. Nun wechselt sie nach Westerstede. „Hier werden Stress- und Schmerztherapien im Vordergrund stehen“, berichtet sie ihren Zuhörern.


Bereits durch Ausstattung und Gestaltung des Hauses sollen die Patienten zur Ruhe kommen können. „Wir haben uns für eine nicht aneckende Architektur entschieden“, sagt Kimmer über das geschwungene Gebäude, in dessen Innerem sich die runden Formen an zahlreichen Stellen wiederfinden. „Auch der Naturbezug war wichtig.“ Also geben die Fenster den Blick auf viel Grün und hübsch angelegte Beete frei. Terrassen, Sitzbänke und zwei Lichthöfe laden zum Verweilen im Freien ein.

Kerstin Buttkus
Kerstin Buttkus Kanalmanagement