Neuenburg - Es tut sich etwas im Neuenburger Ortskern, ein Bauzaun umschließt das alte Haus von Lisa Harms an der Westersteder Straße, direkt neben dem Harms-Huus des Heimatvereins. Arnim Penning hat das Haus gekauft. Er wird es abreißen, um Platz für eine neue Ausstellungshalle für sein Autohaus zu schaffen.

Das wird gebaut

Das Autohaus Penning erweitert seinen Betrieb um eine Ausstellungshalle. Gebaut wird eine 400 Quadratmeter große Stahlbau-Halle mit verglasten Fronten. Sie wird 24 Meter lang und 18 Meter breit sein.

Die Halle wird dort gebaut, wo jetzt noch das ehemalige Haus von Lisa Harms steht. Dieses Gebäude muss dem Neubau weichen – es wird in der kommenden Woche abgerissen. Lisa Harms und ihr Lebensgefährte haben ein neues Haus gebaut und das alte an Arnim Penning verkauft. „Im vergangenen Jahr kam das Angebot von der langjährigen Nachbarin Lisa Harms und ihrem Lebensgefährten, das Nachbargrundstück samt Haus zu kaufen. Wegen der guten Nachbarschaft und des guten persönlichen Kontakts wurde man sich schnell einig“, sagt Arnim Penning.

„Der Kauf war perfekt, ohne, dass ich genau wusste, was ich mit dem neu erworbenen Haus anfangen soll“, sagt Arnim Penning. „Doch im Laufe der folgenden Monate stellte sich heraus, dass das Haus nachhaltig saniert werden müsste. Die Kosten dafür waren schnell überschlagen und standen in keinem Verhältnis zu den Nutzungsmöglichkeiten.“ Es käme hinzu, dass das Autohaus Penning von der Marke Seat aufgefordert worden sei, zeitnah zu erweitern. „Seat hat gesagt, es muss etwas passieren.“ Hätte das Autohaus abgelehnt, hätte es seinen Händlervertrag mit Seat aufs Spiel gesetzt.


Im Moment präsentiert das Autohaus die Marken Seat und Mitsubishi unter einem Dach. Das soll sich ändern: Im Stammsitz wird dann nur noch Mitsubishi gezeigt, in der neuen Halle werden die Seat-Fahrzeuge stehen.

Die Investitionskosten für die Ausstellungshalle betragen ohne die Kosten zum Erwerb des alten Hauses rund eine halbe Million Euro.

Die Vorbereitungen für den Abriss haben begonnen, Ende nächster Woche soll das alte Haus verschwunden sein. Die neue Halle soll im September eröffnet werden.

Das sind die Meinungen

Arnim Penning findet, der Neubau werde das Ortsbild zum Positiven verändern: „Durch die Glasfassade der Ausstellungshalle und dadurch, dass sie ein Stück nach hinten versetzt wird, kann man das Harms-Huus viel besser sehen. Auch der Bretterzaun zwischen Harms-Huus und dem alten Haus kommt weg. Das Harms-Huus wird wesentlich besser zur Geltung kommen.“ Auch die Anbindung an den Dörps­platz werde besser, weil das Gelände hinter der neuen Halle offen und im Stil des Dörpsplatz gestaltet werden soll.Der Heimatverein Neuenburg nimmt die Veränderung im Ort hin. „Ein Ankauf des alten Gebäudes durch den Heimatverein wäre aufgrund der hohen Sanierungskosten, die zuzüglich zum Kaufpreis gekommen wären, nicht möglich gewesen“, teilt der Vorstand mit. Hartwig Ohlenbusch vom Niedersächsischen Heimatbund ist strikt gegen den Neubau. „Der Erbauer des alten Hauses, Fritz Harms, war Handwerksmeister. Er hat dem Haus einen ganz bestimmten Charakter gegeben. Durch die Eigenheit des Hauses kommt auch der Charakter des Ortsbilds zustande. Durch den Neubau wird die ganze Situation im Ort eine andere werden“, sagt der Neuenburger. „Das ist ein Jammer für das Ortsbild. Das alte Haus ist ein ortsbildprägendes Haus, zumal es neben dem Harms-Huus ist. Ich sehe beide Gebäude als Ensemble. Wenn die neue Halle gebaut wird, wird das Harms-Huus wie eine Insel zwischen Gewerbebetrieben stehen.“

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales