Oldenburg - Schuldzuweisungen und zahlreiche Mutmaßungen über den Gesundheitszustand hatte es nach der Meldung des am Sonnabend im Olantis-Freibad verunglückten Fünfjährigen in Sozialen Netzwerken gegeben. Vor allem bei Facebook überschlugen sich die Nachrichten, hier insbesondere in der Gruppe „Gesucht Gefunden Oldenburg“ (GGO). Michael Horst und Sven Lemcke sind ebenda Administratoren – und sind selbst noch immer schockiert über die Wucht des teils unflätigen Mitteilungsbedürfnisses. Sie verbannten also schon in den vergangenen Tagen Mitglieder der Gruppe, die den Bogen deutlich überspannt hatten. Auch allzu negative Kommentare wurden aus dem Netz zum Schutz der betroffenen Familie gelöscht.
Horst und Lemcke entschuldigten sich nun noch einmal stellvertretend für die „Entgleisungen unserer Mitglieder“ innerhalb der Gruppe und kündigten wiederum eine Hilfsaktion für die Angehörigen des verunglückten Kindes an. „Wir wissen, dass die Vielzahl unserer 12000 Mitglieder genauso fassungslos ist und ihr Mitgefühl ausdrücken will“, erklärte Horst am Mittwochnachmittag. Daher wolle man nun als große Gemeinschaft wirken und eine Spendensammlung via Facebook initiieren. Nach Rücksprache mit der betroffenen Familie solle das Geld aber direkt an das Bestattungsunternehmen weitergeleitet werden. „Dem wollen wir entsprechen“, sagt Michael Horst. Sollte mehr Geld aus dieser Sammlung hervorgehen als für die Beisetzung benötigt wird, wird der restliche Anteil der Summe dem Ronald McDonald Haus Oldenburg zu Gute kommen.
Schon in früheren Notlagen anderer Familien, Einzelpersonen und Gruppen hatte die große Gemeinschaft für schnelle Hilfe sorgen können. Mit dieser Aktion setzt sie gleichsam ein Zeichen: „Vielleicht denkt ihr mal in Ruhe über euer Handeln nach, und unterlasst in Zukunft diese Art der Internet Hetze!“, schreibt Lemcke, und: „Im Namen von GGO und aller Admins wünsche ich der Familie die nötige Kraft diese schwere Zeit zu überstehen, und drücke mein tiefstes Mitgefühl aus.“
