Oldenburg - Möglichkeiten und Grenzen technologischer Assistenzsysteme in der Pflege standen im Mittelpunkt des interdisziplinären Symposiums „Schwerkranke im Fokus“, zu dem sich 100 Professionelle aus Medizin, Pflege, Wissenschaft, Forschung und Bildung im PFL trafen. Fazit: Assistive Technologien, wie es die Fachleute nennen, werden in der Gesundheitsversorgung genutzt, um die Lebensqualität von Schwerkranken und deren Angehörigen zu verbessern. Das gilt auch in der Palliativversorgung und der Pflege alter Menschen. Hier wurden auch Beispiele vorgestellt. Zum dritten Mal hatten die Institute Offis, Ipac und Hanse zu der Veranstaltung eingeladen.

In seinem Grußwort sprach Prof. Dr. Eckhart Hahn, Dekan der neuen EMS-Fakultät auch über die hohe Bedeutung der neuen Technologien für die Versorgungsforschung in der Region hin.

Politisch gewollt und auch aus der Perspektive der Patienten und Angehörigen wünschenswert sei die Stärkung der Versorgung für ältere und schwer kranke Menschen im häuslichen Bereich. Das erläuterte Christine Weiß aus Berlin, die zur Forschungsagenda der Bundesregierung für den demografischen Wandel referierte. „Selbstbestimmt leben bis ans Lebensende“ – so lautete ihr Motto.

Sowohl praktische Fragen, etwa mit Blick auf künstliche Beatmung, wie auch ethische Fragen wurden diskutiert. Zum Spannungsfeld zwischen den technischen Möglichkeiten und ethischen Grenzen referierte Medizinethikerin Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert (Münster).

Abschließend öffnete der Pflegewissenschaftler Dr. Heiner Friesacher noch einmal den Blick auf das Gesamtversorgungssystem und skizzierte die Voraussetzungen, unter denen ein Transfer neuer Technologien in die Praxis gelingen kann.


„Das Symposium hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil der Vernetzung zwischen Versorgung, Forschung und Bildung in der Nordwest-Region entwickelt“, sagt Christine Scheve vom Institut für Palliative Care (Ipac). Dass dieser Ansatz richtig ist, glaubt auch Frauke Wiedermann (Hanse Institut Oldenburg). „Zukünftig werden wir in die Aus- und Weiterbildung der Mediziner, Pflegenden, Therapeuten und Techniker viel mehr interprofessionelle Elemente aufnehmen müssen“, sagte sie.