Augustfehn/Mali - Wer hierzulande krank wird, der geht zum Arzt – auch in Zeiten, in denen viele einen Mangel an Medizinern beklagen. Für viele Menschen ist das nicht möglich, beispielsweise im westafrikanischen Mali. Wenige Ärzte in wenigen Krankenhäusern, die zudem schlecht ausgestattet sind. Für ein wenig Linderung sorgt seit einigen Jahren der Bochumer Verein „Aktion Pro Afrika“. In den beiden Containern, die an diesem Freitag das Ruhrgebiet verlassen haben, befindet sich auch Handarbeit aus Augustfehn: 30 medizinische Fachbücher, die in der Buchmanufaktur an der Oberschule Augustfehn angefertigt wurden.

„Eine tolle Sache“ findet das Renate Querfurt aus dem Vorstand von Aktion Pro Afrika. „Die Leute in Mali sind darauf angewiesen.“ Denn in den Gesundheitsstationen in ländlichen Regionen, in die die Bücher geliefert werden sollen, schaut nur selten ein Arzt vorbei. „Diejenigen, die dort die Hauptlast tragen, sind Pfleger, Krankenschwestern und Hebammen“, berichtet Querfurt. „Sie tun größtenteils das, was bei uns Allgemeinmediziner machen.“ Doch dafür sind die meisten Helfer in Mali nicht ausreichend ausgebildet. In bestimmten Fällen sind sie auf Fachliteratur angewiesen.

In den beiden Containern, die Renate Querfurts Erfahrung zufolge etwa sechs Wochen brauchen, bis sie ihren Bestimmungsort erreichen, befinden sich auch Betten für ein Krankenhaus und medizinisches Material.

Den französischen Text zu den Fachbüchern lieferte die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. „Gerade für die Arbeit medizinischen Hilfspersonals in Mali sind die Nachschlagewerke von großer Bedeutung“, weiß Gert Sudbrack vom Verein Buchmanufaktur International, „besonders in der von uns gewählten tropentauglichen Ausstattung.“

Diese Ausstattung macht durchaus Sinn: Denn Mali liegt zwischen Sahara und tropischem Regenwaldgebiet. Ein Großteil der ehemaligen französischen Kolonie besteht aus Wüste, doch das Binnendelta des Flusses Niger überflutet regelmäßig eine mehrere tausend Quadratkilometer große Fläche. „Es gibt im Sommer Regenfälle, die sehr stark sind. Dazu kommt die große Hitze“, sagt Querfurt.


Die Zusammenarbeit zwischen dem Bochumer Verein und der Buchmanufaktur aus Augustfehn kam über die Georg Kraus Stiftung zustande, die kleine, lokale Projekte in der Dritten Welt fördert. Zu denen gehört neben der Arbeit der Aktion Pro Afrika auch die Buchmanufaktur des Ammerländer Vereins im thailändischen Phang-Nga.

Einmal im Jahr findet ein Austausch zwischen allen unterstützten Projekten statt. „Da haben wir uns getroffen“, sagt Querfurt. Gerd Sudbrack hätte angeboten, die Fachbücher zu binden. „Früher haben wir lose Blattsammlungen im Schnellhefter nach Mali geschickt“, erinnert sich Querfurt. „Da ist die Gefahr natürlich groß, dass etwas abhanden kommt.“