Oldenburg - Die Not der Flüchtlinge rührt viele Oldenburgerinnen und Oldenburger. Seit der Ankunft von rund 80 Asylbewerbern in der Nacht auf Freitag (NWZ  berichtete) sind bereits zahlreiche Spenden bei der Kaserne in Bümmerstede abgegeben worden. „Kleidung, Spielwaren, Süßigkeiten – da ist alles dabei“, berichtet Oberst Axel Hermeling, der die Unterbringung der Menschen in der Henning-von-Tresckow-Kaserne organisiert hat. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, die im Auftrag des Landes die Flüchtlinge in der Kaserne betreuen, sortierten die Spenden.

Über eine „unvorstellbare Hilfsbereitschaft“ berichtet auch Inka Ibendahl von der Oldenburger Tafel. „Die Menschen reagieren stark auf die Bilder aus Budapest und anderen Orten, in denen Flüchtlinge zusammenkommen“, sagte Ibendahl am Sonntag der NWZ . Derzeit sucht die Tafel Helferinnen und Helfer, die Spenden sortieren. (Auskunft unter Tel. 2 48 88 54)

Ibendahl freut sich über die „großartige Unterstützung“. Die Leiterin legt Wert darauf, dass sich die Hilfe verstetigt. „Wir brauchen kein Strohfeuer.“ Ziel sei es, die Flüchtlinge an den verschiedenen Standorten nach und nach in die Gruppe der Hilfeempfänger einzureihen.

Die Tafel sucht unter anderem Lebensmittel, Gewürze, Kokosmilch und exotische Früchte, die den Flüchtlingen vertraut seien und „die Seele wärmten“, so Ibendahl. Auf der Homepage der Tafel findet sich unter anderem eine Übersicht über „Lebensmittel typisch für außereuropäische Kulturkreise“.

Weiter offen ist, wie lange die Flüchtlinge in Bümmerstede bleiben. Am Wochenende besuchten die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Stephan Albani und Barbara Woltmann die Kaserne.


Wie Sozialdezernentin Dagmar Sachse bestätigte, hat das städtische Jugendamt drei Flüchtlingskinder, die ohne Begleitung in Oldenburg eingetroffen waren, in Obhut genommen.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)